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August: Geringfügig zu warm, erheblich zu nass und relativ sonnig

Spätsommer hält sich weiter zurück

Landkreis. In England müsste man jetzt sein. Dort liegt nämlich das Hoch "Jindra", das dem Süden der Insel in den kommenden Tagen bestes Spätsommerwetter mit Temperaturen um die 25 Grad beschert. Gut für die Engländer, schlecht für uns: "Jindra" rührt sich nicht vom Fleck. Damit verbleiben wir an seiner Ostflankebis auf Weiteres im Zustrom frischer Polarluft, in der die Tagestemperaturen kaum 20 Grad erreichen und es oft bewölkt, aber meist trocken ist. Sollte das Hoch nicht doch noch einen unerwarteten Schritt nach Osten machen, bliebe uns als letzte Hoffnung auf Wärme nur noch der Altweibersommer, der sich gewöhnlich in der letzten Septemberwoche einstellt.

veröffentlicht am 05.09.2007 um 00:00 Uhr

"Land unter" auf dem Sportplatz in Uchtdorf.

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Der August trug zur Imageverbesserung des Sommers kaum etwas bei. Zwar brachte es der Monat im Landkreis Schaumburg auf die durchschnittliche Anzahl von sieben Sommertagen, und am 10. August hätte es mit 29,5 Grad in Bückeburg fast noch den einen üblichen "Heißen Tag" gegeben, doch beim Niederschlag patzte der Monat wie seine Vorgänger. Gut ein Drittel über normal erreichten die Regenmengen in Bückeburg, regional durch heftige Gewitterschauer wohl auch noch erheblich mehr. Katastrophal war der 21. August besonders im Südkreis, als ein Unwettertief, das von Sachsen nach Ostwestfalen zog, besonders dem Auetal und Rinteln sintflutartige Regenfälle von 40 bis teilweise über 50 Liter/m² (Bückeburg 41,2 Liter/m²) sowie lokal erheblichen Überflutungen brachte. Ebenso bemerkenswert: Die ungewöhnliche Kälte der letzten Augustwoche. Mit nur 4 Grad am Morgen des 29. August wurde in Bückeburg eine der niedrigsten Augusttemperaturen überhaupt beobachtet. Trotzdem endete der Monat geringfügig um 0,3 Grad zu warm. Die Augustsonne meinte es, anders als in vielen Teilen Norddeutschlands, mit dem Schaumburger Land recht gut (Bückeburg 207 Stunden = 116 Prozent). Der Sommer 2007 konnte wohl nur die wenigsten begeistern, obwohl er für norddeutsche Verhältnisse - abgesehen vom vielen Regen - gar nicht so schlecht ausfiel. Verantwortlich für das oft ungemütliche Wetter war eine ab Mitte Juni sehr stabile Großwetterlage, mit einem nach Westen verschobenen Azorenhoch und tiefem Luftdruck über Ost- und Mitteleuropa. Das Resultat: eine lebhafte West- bis Nordwestströmung, durch die der Reigen der Tiefdruckgebiete nach Mitteleuropa kaum abriss. Weitere unangenehme Zutaten des Sommers: Ein Sturmtief, das am 26. Und 27. Juni mit Böen der Stärke acht, örtlich neun (60 bis 75 km/h), über uns hinweg fegte sowie mehrere Unwettertiefs von Norditalien und dem Balkan, die uns zum Teil sintflutartige Regenfällen und Überflutungen brachten. Nur kurzzeitig sorgten Ableger des Azorenhochs für ruhiges Sommerwetter, so während der beiden kurzen Hitzewellen vom 8. bis 12. Juni und 4. bis 16 Juli, letztere mit dem Sommermaximum von 34 Grad in Bückeburg am 16. Juli. An den Temperaturen insgesamt gab es nur wenig auszusetzen. So war der Sommer 2007 im Schaumburger Land mit mittleren 17,6 Grad sogar noch um ein Grad zu warm. Entsprechend durchschnittliche fiel auch die Anzahl von 24 Sommer- und drei "Heißen Tagen" aus. Regen gab es zum Beispiel in Bückeburg mit 238 Liter/m² um gut ein Fünftel zu viel, während die Sonne ihr Soll mit rund 570 Stunden genau erreichte.

Sommerliche Ausflügler an der Eisenschnitt-Stele "Klang und Stil
  • Sommerliche Ausflügler an der Eisenschnitt-Stele "Klang und Stille" an der Neelhofsiedlung. Fotos: tol


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