weather-image
SPD diskutiert neues Grundsatzprogramm

"Sozialstaat sichert Lebensrisiken ab"

Landkreis (rd). Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Landkreis Schaumburg diskutieren zurzeit den Entwurf für das neue Grundsatzprogramm der SPD, das auf dem Bundesparteitag Ende Oktober 2007 verabschiedet werden soll. Kürzlich konnte Ralph Tegtmeier, der stellvertretende Unterbezirksvorsitzende, die Sozialexpertin des SPD-Unterbezirks, Heidemarie Hanauske, zu einer Diskussion über den "Vorsorgenden Sozialstaat" im SPD-Büro in Stadthagen begrüßen.

veröffentlicht am 01.06.2007 um 00:00 Uhr

Der Sozialstaat hat nach Meinung der SPD den Aufschwung und das Erfolgsmodell der Bundesrepublik erst möglich gemacht. Nach der Wiedervereinigung hätte das Land ohne den Sozialstaat nie zum inneren Zusammenhalt gefunden. "Das Leitbild unserer Sozialpolitik für das 21. Jahrhundert ist der Vorsorgende Sozialstaat", so Hanauske. Er soll die Existenz sichernde Erwerbsarbeit fördern, bei der Erziehung helfen, setzt auf Gesundheitsprävention und verhindert Armut. Er soll ferner, so die Sozialexpertin, eine höhere Erwerbsquote von Frauen und Älteren fördern. Zugleich sichert der Vorsorgende Sozialstaat die großen Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit solidarisch ab und garantiert die Altersvorsorge. "Es ist positiv, dass Vorsorge wichtiger als Nachsorge gesehen wird", so die Diskussionsteilnehmer. Eine präventive und in Menschen investierende Sozialpolitik trage zur finanziellen Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme bei. "Sozialpolitik will nicht nur reparieren und in Notfällen einspringen, sondern vorausschauend gestalten", meint Ralph Tegtmeier. Je erfolgreicher die Vorsorge wirke, desto gezielter könne der Sozialstaat denjenigen helfen, die besonderer Unterstützung bedürfen. Das Ressortdenken, so Tegtmeier, müsse überwunden und die Finanzpolitik, Bildungspolitik und Gleichstellungspolitik miteinander vernetzt werden. "Die Teilhabe an den sozialen Gütern der Bildung, der Existenz sichernden Arbeit und der Gesundheit muss allen Menschen unabhängig von sozialer Herkunft, Alter oder Geschlecht von Anfang an und immer wieder aufs Neue offen stehen", heißt es im SPD-Grundsatzprogrammentwurf. Hanauske folgert daraus, "dass wir als SPD die Teilhabe der Menschen so früh wie irgend möglich fördern sowie Bildung und Erziehung unserer Kinder in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen". Erforderlich sei dafür eine bessere Qualifizierung, Förderung und gesellschaftliche Wertschätzung derjenigen, die in öffentlichen Einrichtungen wie den Kindestagesstätten, Schulen oder Tagespflegestellen wirken. Die Qualität des Vorsorgenden Sozialstaates erweist sich nach den Worten von Heidemarie Hanauske vor allem in der kommunalen Praxis, wie zum Beispiel in hochwertigen Kindergärten und Schulen, in einem lebenswerten barrierefreien Wohnumfeld für alle Generationen und in vielfältigen Angeboten für Sport und Freizeit.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt