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Jugendliche bieten Weihnachtsprogramm für Senioren an / Geschichte wird dabei personalisiert und begreifbar

Sozialpraktikum am AEG gibt es bereits seit zehn Jahren

Hameln. Im aktuellen Schuljahr wird am Albert-Einstein-Gymnasium bereits zum 10. Mal das Sozialpraktikum zur Förderung des Kontakts und des Verständnisses zwischen den Generationen stattfinden. Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse treffen sich über mehrere Wochen mit Senioren, die sie speziell für das Praktikum kennenlernen. Hemmungen, fremde und ältere Personen anzusprechen, sollen so abgebaut und das Verständnis für die Perspektiven, Gedanken und Erfahrungen Älterer erweitert werden.

veröffentlicht am 20.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 00:21 Uhr

Gerade Jugendliche kennen außerhalb der eigenen Familie oft wenige Senioren. Themen wie der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg oder der Kalte Krieg sind abstrakte Lerninhalte aus dem Lehrplan – erst im Kontakt mit Senioren wird vielen klar, dass es sich weniger um Lernstoff als um wahrhaftig Erlebtes handelt. Doch zu Beginn des Praktikums steht bei den Jugendlichen oft die Scheu im Vordergrund: Wie soll man als 15-Jähriger auf unbekannte Senioren eingehen? Worüber könnte man sich mit ihnen unterhalten?, fragen sie sich, berichtet Delia Hentschel. Die zunächst groß erscheinende Kluft wird nach ersten Kontakten erfahrungsgemäß schnell überwunden. In diesem Jahr haben sich die Gymnasiasten für die Vorweihnachtszeit etwas Besonderes ausgedacht: Die Klassen 9Lb und 9Fb unter der Leitung von Victoria Stemme und Delia Hentschel besuchen mit einem weihnachtlichen Programm zwei nahe gelegene Seniorenheime außerhalb des Unterrichts. Zur Unterstützung wirkt der Chor der 5. und 6. Klassen (Leitung: Maren Dörner) mit. Ein Programm aus Gesang und Sketchen verbindet neuere, bei den Jugendlichen beliebte Songs, wie „Last Christmas“ mit traditionellen Liedern wie „Süßer die Glocken nie klingen“. Die Jugendlichen üben in ihrer Freizeit die musikalische Begleitung und Texte ein.

Bei der Vorfreude während der Vorbereitung aufseiten der Gymnasiasten und der Vorfreude der Senioren nach Bekanntgabe der Termine wird schnell klar, dass Senioren und Schüler außer ihres Alters wenig trennt. Gemeinsam ist uns die Vorfreude auf Weihnachten, das christliche Fest der Nächstenliebe. In diesem Fall sind unsere Nächsten nicht anderer Hautfarbe, anderer Herkunft oder anderer dogmatischer Ansicht, sondern schlicht und einfach nur anderen Alters.

Bereits seit zehn Jahren begegnen Schüler vom AEG im Sozialpraktikum Senioren und überwinden die zuerst als sehr groß empfundene Alterskluft sehr gut.



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