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Familienbüro soll in der Verwaltung angesiedelt werden / Land will dagegen das Kinderschutzbund-Projekt fördern

Sozialausschuss bremst den Kinderschutzbund aus

Rinteln (wm). Der Rintelner Kinderschutzbund möchte mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und des Landkreises wie der Stadt Rinteln ein Kinder- und Familienbüro einrichten. Der Landkreis hat einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro bereits zugesagt.

veröffentlicht am 02.11.2007 um 00:00 Uhr

Babytreff beim Kinderschutzbund: "Bei uns sind die Familien scho

Die Sozialausschussmitglieder des Rates, denen Kinderschutzbundmitarbeiterin und Sozialpädagogin Martina Platen am letzten Dienstag das Projekt vorstellte, zeigten sich davon nur bedingt begeistert. Denn die Ratsdamen und Ratsherren, so Tenor der rund einstündigen Diskussion, wollen diese Aufgabe lieber im Rathaus angesiedelt sehen und damit Einfluss nehmen können. Deshalb legten SPD und Grüne noch in der Sitzung ihrerseits einen Antrag auf die Einrichtung eines Familienzentrums vor. Ein Antrag, der mit der Ergänzung von Dagmar König (CDU), hier den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Tagesbetreuung zu legen, auch einstimmig angenommen worden ist. 10 000 Euro sollen für dieses Modell als "Anschub" in den Haushalt des nächsten Jahres eingestellt werden. Martina Platen kündigte gestern in einem Telefongespräch an, der Kinderschutzbund werde in dieser Frage nach der Niederlage im Sozialausschuss auf alle Fälle einen zweiten Anlauf nehmen. Schon deshalb, weil gestern das Sozialministerium mitgeteilt habe, das Projekt des Kinderschutzbundes sei als förderungswürdig eingestuft worden. Was das Kinder- und Familienbüro einschließlich der Personalkosten am Ende kosten wird, ließ Martina Platen offen - die ursprünglich errechneten Jahreskosten von rund 300 000 Euro würden schon deshalb nicht erreicht, weil das Konzept nochmals in Absprache mit dem Landkreis "abgespeckt" worden sei. Und selbstverständlich sei der Kinderschutzbund bereit, mit der Stadt zu kooperieren, wie er das auch mit dem Jugendamt, der Awo, der Diakonie, der Erziehungsberatungsstelle und anderen Einrichtungen schon immer tue. Martina Platen hält auch deshalb den Kinderschutzbund für die richtige Adresse für so ein Büro, weil dort ohnehin schon in der Woche rund 50 Familien "durchs Haus gehen". Denn der Kinderschutzbund decke bereits eine große Bandbreite ab, von Babytreffs über Flohkiste, Spiel- und Lernstube, Bildungsangebote für Eltern bis zur Kleiderkiste - die Klientel, die ein Kinder- und Familienbüro erreichen möchte, sei beim Kinderschutzbund praktisch schon da. Und sie fürchtet, dass manche Familien vor dem Rathaus "Schwellenangst" befällt: "Wer zum Jugendamt geht, ist doch schon abgestempelt." In der Diskussion im Sozialausschuss wurde deutlich, dass zwar alle die Arbeit des Kinderschutzbundes außerordentlich schätzen (Dagmar König: "Sie haben den Stein ins Rollen gebracht"), doch der Verein hier nach Meinung der Mehrheit seine Grenzen überschreitet. Die Zuständigkeit für ein solches Angebot sehen die Ausschussmitglieder quer durch die Parteien hier eher bei der Verwaltung mit der Gleichstellungsbeauftragten Kirstin Büthe als Koordinationsstelle wie den Jugendamtsmitarbeitern. Außerdem seien viele Einrichtungen und Betreuungsangebote, die neu geschaffen werden sollen, in Rinteln bereits vorhanden, vom "Lokalen Bündnis für Familie" über Arbeiterwohlfahrt, Jugendzentrum bis zu den Tagesmüttern, wie die von Kirstin Büthe aufgelegte Broschüre "Der rote Faden" zeige. Klaus Wißmann (SPD) wurde deutlich: "Koordinationsstelle muss die Kommune sein." Die Frage, die sich Ursula Helmhold (Grüne) stellte: Die Förderung durch das Land dauert vier Jahre, wer zahlt danach? Mehrere Diskussionsredner sprachen sich dafür aus, besser sei es, die Kindertagesstätten zu stärken, denn hier würden Eltern zuerst Beratung suchen.



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