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Zwei denkmalgeschützte Häuser in Lauenau stehen vor neuer Nutzung

"Sorgenkinder" verkauft: Schluss mit bröckelndem Putz und kaputtem Dach

Lauenau (nah). Bröckelnder Putz, Löcher in Dach und Fassade, überwucherter Eingang: Bereits lange dem Abriss geweiht war das alte Fachwerkhaus in der Lauenauer "Theaterecke". Dem Nachbarn zur Linken schien das gleiche Schicksal vorherbestimmt. Doch für beide Gebäude bahnt sich nun eine Rettung an. Die lange Liste der "Sorgenkinder" in der Denkmalpflege ist um zwei Objekte kleiner geworden.

veröffentlicht am 21.09.2006 um 00:00 Uhr

Ein "Sorgenkind" weniger: Dieses Haus an der Lauenauer "Theatere

Dem Vorsitzenden der Schaumburger "Interessengemeinschaft Bauernhaus" (IGB), Manfred Röver, steht die Freude im Gesicht geschrieben. Seit drei Jahren hat er gemeinsam mit den Denkmalbehörden die Liste gefährdeter schutzwürdiger Gebäude entwickelt: Es sind Häuser, die zum Verkauf oder zur Vermietung stehen, wegen ihres Zustands aber nur äußerst schwer vermittelbar sind. Hier hilft die IGB, indem sie in Fachkreisen und an Interessierte Hinweise gibt. Röver weiß um die Problematik maroder Gebäude. Die meisten Bauherren würden sich nach einem ersten Blick wohl kopfschüttelnd abwenden. Aber an den Beispielen in der Lauenauer "Theaterecke" beweise ein zweiter Blick, dass der Grundzustand der jahrhundertealten Gebäude noch als gut und erhaltenswert beurteilt werden könne. Die IGB mache deshalb den Interessenten Mut und gebe positive Anstöße, wie eine Sanierung denkmalgerecht zu erfolgen habe. Der Diplomingenieur verspürt bei den beiden Häusern im Flecken geradezu eine besondere Genugtuung. "Trotz diverser Aktionen und Bemühungen schien sich lange kein ernsthafter Interessent für diese ?Schätzchen' finden zu lassen." Dabei gilt gerade der stärker verfallene Bau mit der Nummer 13 als architektonische Kostbarkeit: Das wahrscheinlich 350 Jahre alte Vierständerhaus besitzt außer einer Utlucht eine Durchfahrtdiele. Die Küche lag seitlich und war zur Diele und zum Dach hin offen. Sie ähnelt der im inzwischen restaurierten Lauenhäger Bauernhaus, das als ältestes im Schaumburger Land gilt. "Nun aber dürften beide Gebäude in absehbarer Zeit aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden", freut sich der Experte. Ein Bauingenieur aus Hannover hat sie erworben und will sie schrittweise restaurieren. Die IGB hat dazu bereits erste Tipps geben können. "Es geht also doch", zieht Röver eine Zwischenbilanz für die lange Liste der "Sorgenkinder". Und lächelt: "So können wir nur hoffen, dass sich weitere Liebhaber finden."

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