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Investoren dürfen auf der Sporthalle Haste bauen: Politiker stimmen dem Nutzungsvertrag zu

Sonnige Aussichten für die Bürgersolaranlage

Samtgemeinde Nenndorf (rwe). Die Sonne könnte schon bald aufgehen für eine Bürgersolaranlage in der Samtgemeinde Nenndorf. Der Rat hat seine Bedenken aufgegeben und beschlossen, das Dach der Sporthalle in Haste dafür zu vermieten. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung gab es eine klare Mehrheit für den Nutzungsvertrag. Doch noch ist nicht klar, ob und bis wann sich genügend Investoren für das Projekt finden. Eine finanzielle Beteiligung der Samtgemeinde selbst kommt nicht infrage. Davon habe der Landkreis abgeraten, teilte Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese mit.

veröffentlicht am 09.09.2008 um 00:00 Uhr

So ist es in der Politik: Am Ende steht ein Kompromiss. Die SPD-Fraktion, die sich schon vor drei Wochen für den Nutzungsvertrag ausgesprochen hatte, stimmte nun einem abgeänderten Entwurf zu, den auch die Gruppe aus CDU, FWH und FDP tragen konnte. Danach ist zunächst nur die Sporthalle in Haste als Standort für eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Die Halle in Waltringhausen, die Berlinschule, der Haster Kindergarten und die Hohnhorster Friedhofskapelle, die sich ebenfalls für eine Installation anbieten, bleiben zunächst außen vor. Für SPD-Fraktionssprecher Sigmar Sandmann gibt es "keinen klimafreundlicheren Weg", Energie zu gewinnen. Bürger, die über kein eigenes Dach verfügten, erhielten nun die Möglichkeit, sich aktiv am Umweltschutz zu beteiligen. Nach Worten ihres Sprechers Werner Bövers unterstützt auch die GruppeCDU/ FWH/FDP die klimafreundliche Energie, allerdings sollte die Samtgemeinde nicht "all ihr Tafelsilber an irgendwelche Investoren verscherbeln". Möglicherweise gebe es auch einen eigenen Bedarf, die Flächen zu nutzen. Mit der Dachpacht von acht Euro pro Kilowatt Nennleistung "liegen wir in einem guten Bereich". Die WGN lehnte den Vertrag ab. "Wir sind für Umweltschutz, halten aber nichts von einer Bürgersolaranlage", kritisierte Ratsherr Frank Steen im Grunde die Klimapolitik des Gesetzgebers. Als Architekt erhalte er etliche Anfragen. Er sah darin ein Riesengeschäft für die Hersteller und eine Irreführung der Bürger. Diese zahlten dafür über ihre hohen Energiepreise, so Steen. 20 Jahre darf jetzt die "Solarpark Schaumburg 1 GbR" das Dach nutzen, wenn sie denn erst einmal genügend Gesellschafter findet. An diese Aufgabe will sich nun Solarberater Horst Roch aus Rodenberg machen. Er war mit der Idee an die Samtgemeindeverwaltung herangetreten. Jetzt überbrachte ihm Samtgemeindebürgermeister Reese telefonisch die "gute Nachricht". Er ist zufrieden, auch wenn zunächstnur ein Dach zur Verfügung steht. "Das geht sowieso in Etappen." Wenn erst einmal ein Objekt verwirklicht sei, dann diene dieses gut zur Anschauung und führe dazu, dass sich viele Bürger beteiligen wollten, hofft Roch. Wann aber die Handwerker die ersten Solarmodule auf die Sporthalle schrauben, ist völlig unklar. Der Diplom-Ingenieur bereitet erst einmal einen Zeitplan vor. Bis Ende September will er sich das Gebäude genauer ansehen und dann eine passende Anlage konzipieren und öffentlich vorstellen. Das könnte im Oktober der Fall sein. Die Installation würde in Haste vermutlich größer ausfallen als die auf dem Kindergarten in Rodenberg, die kürzlich ans Netz ging und bei der Roch ebenfalls Gesellschafter ist. Allerdings hängt alles davon ab, "wie viele Leute sich finden".

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