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Serie zum Klimaschutz - Teil 9 / Experte Werner Dubielüber die Vorteile von Photovoltaikanlagen

Sonnenenergie nutzen - Enkelkinder schützen

Rinteln (clb). Werner Dubiel hat einen Vertrag mit der Sonne geschlossen: Seit knapp drei Jahren hat er zwei Photovoltaikanlagen auf dem Dach seines Hauses und wird kostenlos mit Energie beliefert - selbst an bedeckten und regnerischen Tagen. "Eine solche Anlage bietet eigentlich nur Vorteile", erzählt der Rintelner. "Sie ist pflegeleicht, gewinnbringend und schützt die Umwelt."

veröffentlicht am 11.04.2007 um 00:00 Uhr

Dubiel ist durch seine ehrenamtliche Mitarbeit im Johannis-Kirchzentrum "auf den Geschmack gekommen". Dort hat er 1999 gemeinsam mit Ekkehard Rietz die Projektleitung für die Errichtung einer Photovoltaikanlage übernommen und bei der Planung und Errichtung der Anlage mitgeholfen. Von da an haben die beiden auch Öffentlichkeitsarbeit betrieben und waren stets mit einem Stand auf dem Rintelner Ökomarkt vertreten. 2003 wurde dann die Solargemeinschaft Rinteln gegründet, in der neben Dubiel und Rietz auch Ulrich Böker und Uwe Perrey aktiv sind. Die Solargemeinschaft hat sich für die Errichtung von Bürgersolaranlagen auf den Dächern von öffentlichen Gebäuden in Rinteln eingesetzt. An solchen Anlagen können sich Bürgerinnen und Bürger, die zumeist nicht über ein geeignetes Dach für eine eigene Anlage verfügen, finanziell beteiligen und somit von der eingefangenen Sonnenenergie profitieren. Seit 1999 sind in Rinteln mehr als 52 private Photovoltaikanlagen und vier solcher Bürgeranlagen entstanden. Eine fünfte Gemeinschaftsanlage, die auf dem Dach der Grundschule in Deckbergen errichtet werden soll, ist gerade in Planung. Seit Juni 2004 hat Werner Dubiel auch eine Photovoltaikanlage auf seinem eigenen Dach, eine zweite kam ein Jahr später dazu. Und noch immer ist er begeistert von seiner Investition: "Eine Anlage alleine, die eine Spitzenleistung von 4,8 Kilowatt hat, hat im vergangenen Jahr rund 4382 Kilowattstunden erzeugt." Von den Stadtwerken, seinem Vertragspartner, bekommt Dubiel für jede eingespeiste Kilowattstunde 54,53 Cent und spart somit jede Menge Kosten. "Für das letzte Jahr habe ich beispielsweise 2389 Euro von den Stadtwerken bekommen". Der Kostenaufwand sei zunächst einmal sehr hoch, erläutert Dubiel. Im Laufe der Jahre rechne sich eine solche Anschaffung aber. Er habe rund 22 000 Euro in das Material (30 einzelne Module) investiert, jedoch eine Menge gespart, indem er die Anlage selber installiert hat. "Und nach etwa zehn bis zwölf Jahren habe ich die Kosten wieder raus", sagt der Techniker. Eine Photovoltaik- oder auch Solaranlage ist nicht nur zuverlässig, sondern auch umweltfreundlich, weiß Dubiel: "Meine Anlage vermeidet mit jährlich 4383 Kilowattstunden 2630 Kilogramm Kohlendioxid." Und gerade das Kohlendioxid sei es ja, so Dubiel, das hauptsächlich mit für den so genannten Treibhauseffekt verantwortlich ist. Die Nutzung von Sonnenenergie hingegen sei vollkommen frei von Emissionen, freut sich der Solarexperte. Und deshalb hat er sich auch vorgenommen, seine Mitmenschen von der Solarenergie zu überzeugen. Außer den beiden Photovoltaikanlagen findet man auf Dubiels Dach auch Sonnenkollektoren zur Gewinnung von Warmwasser sowie in seinem Garten einen 8500 Liter umfassenden Erdtank zum Auffangen von Regenwasser. "Durch die Sonnenkollektoren kann ich in den Sommermonaten meine Heizung komplett ausschalten, und durch den Erdtank leite ich das Regenwasser ins Haus weiter", schildert er. "So kann man effektiv der Wasserknappheit vorbeugen." Für die Zukunft plant er, das Regenwasser auch für die Toilettenspülung zu verwenden. Bei seinem ganzen Engagement für die Verbreitung der Solarenergie denkt Werner Dubiel auch an die nächste Generation, zu der auch seine beiden Enkel Ben und Luca gehören. "Wir müssen jetzt etwas für den Klimaschutz tun, allein schon, um die nachfolgende Generation zu schützen!"



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