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Mausoleums-Führung für LZ/SZ-Leser / Ort ist letzte Heimat von 18 Verstorbenen

Sommeraktionöffnet 15-Tonnen-Tür - und Eingang mit 212 Ornamenten

Bückeburg (bus). Hinter den Türen, die die LZ/SZ-Sommeraktion unseren Lesern öffnet, stecken bekanntermaßen viele Geheimnisse. Mitunter haben es aber auch die Türen selbst in sich. Als Vertreter unserer Leserschaft jüngst den drei Tonnen schweren Tresorverschluss der Volksbank in Schaumburg "knacken" durften, war das bereits ein beeindruckendes Erlebnis, aber noch längst nicht der Höhepunkt in Sachen Ein- und Ausgang. "Hier sehen Sie ein Exemplar, das gut und gerne 15 Tonnen auf die Waage bringt", verdeutlichte Wilhelm Gerntrup den 20 Teilnehmern, die sich am Freitag für die anderthalb Stunden dauernde Mausoleumsetappe der LZ/SZ- Sommertour interessierten.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:09 Uhr

Die Gittertür der Kuppelhalle ist ein Prachtbeispiel phänomenale

Wenige Meter hinter dem von Professor Josef Rauch gestalteten Bronzekoloss mit seinen 20 handgetriebenen Figuren erblickten die Gäste mit der Gittertür der Kuppelhalle ein weiteres Prachtbeispiel phänomenaler Portalgestaltung - von den in der Kunstschmiede Eduard Puls gefertigten 212 schmiedeeisernen Ornamenten ist nicht eines dem anderen gleich. Und überhaupt: Das am westlichen Rand des Schlossparks gelegene Familiengrab des Hauses Schaumburg-Lippe gilt (welt-)weit und breit als Sehenswürdigkeit ersten Ranges. In den Jahren 1911 bis 1916 für den Gegenwert von einer Million Goldmark überwiegend aus weißem Kalkstein erbaut, kommt dem Monument der Neoromantik in Europa Einzigartigkeit zu. Für Bauherr Fürst Adolf zu Schaumburg-Lippe und Architekt Professor Paul Baumgarten war das Feinste vom Feinsten gerade gut genug. Wer von dem mit rotem (italienischer) und grünen (griechischer) Marmor bedeckten Boden der Halle (Innenraumhöhe 25 Meter) den Blick nach oben wendet, wird eines Mosaiks gewahr, auf dessen 500 Quadratmeter umfassende Fläche eine Million vergoldete Emaillesteinchen 3000 unterschiedliche Farbtöne zaubern. "Donnerwetter, so imposant hatte ich mir das Gebäude nicht vorgestellt", so einer der Besucher spontan. Gerntrup, den LZ/SZ-Lesern seit vielen Jahren als exquisiter Schilderer der heimatlichen Geschichtszusammenhänge (und den Kleinenbremern als engagierter Ortsheimatpfleger) bekannt, begnügte sich unterdessen nicht mit der bloßen Darstellung architektonischer und bauhistorischer Details. Nicht nur Größe und Ausstattung des außergewöhnlichen Kunst- und Kulturdenkmals seien von Belang, unterstrich der Experte, sondern auch zeitgeschichtliche Ideen und Zusammenhänge. Beispielsweise auch die Bestattungskultur derer zu Schaumburg-Lippe. Im Tiefparterre des Mausoleums liegen nach Gerntrups Angaben 18 Verstorbene in zinkummantelten Holzsärgen aufgebahrt. Ein Teil der Fürstenhausfamilie ruht in Stadthagen, ein anderer im Schaumburger Wald. Bis 1922 seien die Herzen der fürstlichen Familie in "Herzgräbern" unter den Fliesen der spätmittelalterlichen Schlosskapelle beigesetzt worden. Dem Bruder und dem 2003 gestorbene Vater von Fürst Alexander, Fürst Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe, dient ein Urnenfriedhof in unmittelbarer Nähe des Mausoleums als letzte Ruhestätte.

Wilhelm Gerntrup informiertüber bemerkenswerte Details der Begrä
  • Wilhelm Gerntrup informiertüber bemerkenswerte Details der Begräbnisstätte der Schaumburg-Lippischen Fürstenfamilie.
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