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So lebt Juana in Argentinien

Das Mädchen aus Argentinien hat einen Trick, um morgens ein paar Minuten länger im Bett schlummern zu können: Juana zieht sich abends schon ihre Schuluniform an. Ihre Eltern nörgeln zwar darüber, aber sie macht das trotzdem. Um kurz vor sieben Uhr muss sie dann aber doch aus den Federn kriechen. „Zuerst gehe ich noch ganz verschlafen ins Badezimmer, denke an meine Träume und kämme mich“, erzählt die Elfjährige. Juana wurde in Berlin geboren und lebte dort bis zur dritten Klasse.

veröffentlicht am 01.07.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.07.2010 um 12:14 Uhr

Das Mädchen aus Argentinien hat einen Trick, um morgens ein paar Minuten länger im Bett schlummern zu können: Juana zieht sich abends schon ihre Schuluniform an. Ihre Eltern nörgeln zwar darüber, aber sie macht das trotzdem. Um kurz vor sieben Uhr muss sie dann aber doch aus den Federn kriechen. „Zuerst gehe ich noch ganz verschlafen ins Badezimmer, denke an meine Träume und kämme mich“, erzählt die Elfjährige. Juana wurde in Berlin geboren und lebte dort bis zur dritten Klasse. Jetzt wohnt sie in Buenos Aires in Argentinien. Das liegt in Südamerika. Ihr Lieblingsfrühstück ist warme Milch mit Kakao, viel Kakao. Sonst nichts. Hinterher putzt sie noch schnell Zähne. Dann geht es zum Schulbus. Der kommt um 7.30 Uhr. Der Fahrer lenkt den orangefarbenen Kleinbus geschickt durch den dichten Verkehr der riesigen Stadt bis zur Schule. Juana geht auf eine der vielen privaten Schulen der argentinischen Hauptstadt. Ihre Eltern müssen dafür bezahlen. In der Schule haben die Schüler neben der Landessprache Spanisch auch Deutsch-Unterricht. Um acht Uhr ist Morgenappell: „Dann stehen alle Schüler mit ihren Rucksäcken auf dem Schulhof und rufen: „Guten Morgen an alle“. Auf Spanisch heißt das: „Buenos dias para todos“. Bis zum Mittag hat Juana fünf Stunden Unterricht. Mittagessen bekommt sie in der Kantine. „Manchmal geben mir auch meine Eltern Essen mit oder Geld. Dann kann ich mir im Kiosk in der Schule Süßigkeiten kaufen“, erzählt sie. Nach dem Essen dürfen alle Schüler auf den Sportplatz: „Da können wir machen, was wir wollen. Ich spiele am liebsten mit den Jungen Fußball.“ Nachmittags hat Juana dann nochmal vier Stunden Unterricht. Das wird ihr nur selten zu lang: „Meistens finde ich die Schule lustig“, meint sie. Gegen fünf Uhr kommt sie nach Hause, muss dann aber noch Schularbeiten erledigen. Wenn sie frei hat, surft sie am liebsten im Internet. Sie schaut Youtube-Videos oder chattet mit Freundinnen. „Ich muss dann auch ein bisschen in der Küche fürs Abendessen helfen, trödele herum oder lackiere mir die Finger- und Fußnägel“, erzählt sie und streckt ihre verzierten Finger vor. So gegen neun Uhr endet normalerweise ihr Tag. Dann liest sie noch im Bett. Juana findet es schwierig zu sagen, wer morgen das Spiel Deutschland gegen Argentinien gewinnen wird. „Die sind ja alle ziemlich gut“, findet die Elfjährige. „Aber ich denke, Argentinien wird gewinnen. Immerhin lebe ich hier, und dann spielt ja auch noch Messi mit. Und den kennt man doch schließlich in der ganzen Welt.“

Ob Juana sich morgen Nachmittag mit der argentinischen Mannschaft freuen kann, können wir alle im Fernsehen mitverfolgen.

Juana (11), ist in Deutschland geboren, lebt aber schon lange in Argentinien.



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