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Auf Landesebene gibt es mit Bürgschaften und Beteiligungen Hilfe für den Mittelstand

So kommen Firmen aus der Kreditklemme

Hameln (khr). „Wir wollen dem Mittelstand helfen, durch die Wirtschaftskrise zu kommen“, betont Rainer Breselge, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bürgschaftsbank (NBB) und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen (MBG) Hannover. In Hameln starteten die Institute eine Roadshow durch vierzehn niedersächsische Städte – um überall dort ihre Instrumente zur Finanzierungshilfe vorzustellen, nämlich Ausfallbürgschaften und stille Beteiligungen.

veröffentlicht am 23.09.2009 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Mit einer Bürgschaft im Rücken gibt es oftmals bessere Konditionen beim Kredit: „Spätestens, wenn die jüngsten Bilanzen auf den Tisch der Hausbank kommen, werden viele Mittelständler Schwierigkeiten bekommen“, meinen die Fachleute aus Hannover. „Denn bei schwächerer Ertragslage wird die Frage der Sicherheiten immer höher aufgehängt.“ Eine Bürgschaft der NBB ersetze fehlende Sicherheiten und helfe, Kredite zu bekommen, um die Krise durchzustehen. Zugang haben sowohl Freiberufler als auch mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter. Durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung können jetzt sogar Kredite bis 1,5 Millionen Euro pro Einzelfall verbürgt werden. Dabei kann es sich sowohl um Kredite für Investitionen als auch für Betriebsmittel handeln. Die Provision für die Bürgschaft beträgt 1,0 bis 1,25 Prozent der Kreditsumme. „Diese Konditionen können wir bieten, weil das Land und der Bund zwei Drittel des Ausfallrisikos mittragen“, erläutert Rainer Breselge.

Und Martin Neumann, Regionalleiter bei der NBB, ergänzt: „Mit der Bürgschaft aus unserem Hause bekommt der Mittelständler bessere Konditionen beim Kredit, so dass unter dem Strich oft sogar eine Verbilligung rauskommt.“

Wenn in stark wachsenden und innovationsstarken Unternehmen eine Stärkung des Eigenkapitals gefragt ist, dann kommt die Beteiligungsgesellschaft MBG ins Spiel. Sie stellt den Unternehmen Eigenkapital in Form einer stillen Beteiligung zur Verfügung. 50 000 bis 1,2 Millionen Euro werden für höchstens zehn Jahre in das Unternehmen eingelegt. Für junge und kleine Unternehmen gibt es reduzierte Konditionen, wenn angemessene Eigenmittel nachgewiesen sind.

Ob Bürgschaft oder stille Beteiligung: In allen Fällen muss ein tragfähiges unternehmerisches Konzept der Förderung zugrunde liegen. Im Landkreis Hameln-Pyrmont prüft Dorothea Schulz, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Hameln. Grundlage sind das persönlichen Gespräch und ein Betriebsbesuch. Ihr kommt es darauf an, dass der Mittelständler über die Möglichkeiten selbst informiert ist und im Zweifel seine Bank auch darauf hinweist. Alle Banken und Sparkassen in Hameln-Pyrmont können die Programme vermitteln.

Da die Mittel im Mittelstand meist schnell benötigt werden, wird die NBB in Kürze ein Online-Verfahren anbieten, das bei Krediten bis 125 000 Euro innerhalb eines Tages eine Bürgschaftsentscheidung ermöglicht, erläutert Geschäftsführer Breselge. Aus dem Raum Hameln ist die Anzahl der Anträge unterdurchschnittlich. „Aus der Region könnte mehr kommen, und wir haben die Mittel dafür“, betont Rainer Breselge.

Internet: Niedersächsische Bürgschaftsbank www. nbb-hannover.de; Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen www.mbg-hannover.de; IHK Hannover www.hannover.ihk.de



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