weather-image
Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann von "Tu Wat"-Konzept begeistert - und vom Design

"So eine Säule brauche ich auch zu Hause"

Stadthagen (fox). Eines ist nach dem Informationsbesuch der niedersächsischen Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) am Sonnabend beim Kultur- und Sportverein "Tu Wat" in Stadthagen so gut wie sicher: Einige der Jugendlichen dürfen sich an einer Verschönerungsaktion beteiligen. Dabei geht es jedoch nicht um eine städtische Aktion, sondern um einen Auftrag auf Minister-Ebene - privater Natur. So erfrischend kann "Justitia" sein.

veröffentlicht am 19.09.2006 um 00:00 Uhr

Marita Gericke (v.l.), CDU-Bürgermeisterkandidat Gunter Feuerbac

Fernab von Paragraphen und Aktenbergen folgte die Ministerin der Einladung des Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses im Stadthäger Rat und Bürgermeisterkandidaten, Gunter Feuerbach (CDU), in die Aktionsräume von "Tu Wat" an der Krummen Straße. Heister-Neumann fühlte sich angesichts der Gestaltung der Räume und des Hinterhofes mit aufwändig gesetzten Spiegel-Splittern und Mosaikfliesen an den Wänden an das Hundertwasserhaus in Wien erinnert. Besonderes Interesse galt einer detailreich verzierten, gewundenen Säule. "So eine brauche ich auch zu Hause", sagte die Ministerin und ließ sich die Adresse des jungen Designers geben. Auf einem Sofa in Graffiti-Kulisse ließ sich die ausgesprochen begeisterte Justizministerin von Feuerbach und Jugendlichen über vernetzte Aktivitäten von Vereinen, Stadt- und Kreisjugendarbeit zur Prävention von Jugendkriminalität in Bezug auf die besonders angespannte Situation in Stadthagen erläutern. "Tu Wat" sei dabei ein Paradebeispiel, erklärte Feuerbach. Der 170 Mitglieder starke Verein habe sich vor zwei Jahren die Immobilie an der Krummen Straße langfristig durch einen Mietvertrag gesichert, seitdem verschönere "Tu Wat" Innen- und Außenbereiche selbstständig. Der finanzielle Aspekt sei dabei besonders hinsichtlich der Personalkosten zu beachten: "Wir haben ,Tu Wat' einmalig mit 7000 Euro bezuschusst, nun finanzieren wir nur noch projektbezogen", sagte Feuerbach. Ein Jugendleiterlehrgang in Schweden (rund 1500 Euro) in den Herbstferien, sowie ein eventueller einmaliger Betriebskostenzuschuss in Höhe von rund 2000 Euro seien zeitnahe Beispiele hierfür. Feuerbach zog das soziokulturelle Zentrum "Alte Polizei" zum Vergleich heran: "Die Sanierung der ,Alten Polizei', die wir in Stadthagen nicht mehr missen wollen, hat uns vor rund vier Jahren rund 500 000 Euro gekostet. Der Unterhalt dieser Einrichtung kostet uns jedes Jahr rund 225 000 Euro. Da habe ich mit 2000 Euro für eine Einrichtung wie ,Tu Wat' keine Probleme." Heister-Neumann lobte das Engagement der Vereinsmitglieder für "Tu Wat": "Was Sie hier machen, ist Politik im ursprünglichen Sinne - sie setzen sich für eine bestimmte Gruppe und deren Interessen ein." Es würde ihr "ans Herz gehen", wenn Institutionen wie "Tu Wat" durch den Wegzug von Mitgliedern untergehen würden. Feuerbach zeigte sich am Sonntag zufrieden vom weiteren Verlauf des Besuchs Heister-Neumanns. Weitere Stationen wie die neue Skater-Anlage und besonders das "Tropicana" hätten die Ministerin (als ehemalige Stadtdirektorin von Helmstedt in Sachen Stadtfinanzen bestens im Thema) überzeugt. Sie habe "Ideen positiv aufgenommen" und signalisiert, die Jugendarbeit "im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen".

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare