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Fast alle Katzen sind krank / Geld fehlt

Situation im Tierheim hat sich weiter zugespitzt

Bückeburg (rc). Die Situation im Tierheim hat sich erheblich zugespitzt. Mittlerweile sind die meisten Katzen von dem immer noch nicht identifizierten Virus befallen, einige Tiere sind bereits gestorben. Sicher ist jedoch nach Auskunft der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln, Monika Hachmeister, dass der Virus nicht auf Menschen und Hunde übertragen wird.

veröffentlicht am 07.10.2006 um 00:00 Uhr

Dennoch gehen die Mitarbeiter nur unter Vollschutz und strengsten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen zu den Tieren. Täglich muss mit Dampfreinigungsgeräten desinfiziert werden, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. Hachmeister: "Eine enorme Belastung. Es geht uns allen an die Nieren. Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze und darüber hinaus." Die Ausnahmesituation hat mittlerweile deutliche Spuren auch in den Finanzen des Vereins hinterlassen. Die Tierarztkosten rennen den Verantwortlichen davon, auch das Futter wird inzwischen knapp, weil nicht mehr genügend Geld zur Verfügung steht. Denn dadurch, dass keine Tiere aufgenommen und abgegeben werden, fehlen dem Verein die Einnahmen. Hinzu kommt, dass es - trotz zahlreicher Spenden aus der Bevölkerung - nach wie vor an kochfester Wäsche fehlt. Eine Mitarbeiterin des Tierheims, Ursula Standar, verdeutlichte die dramatische Situation, als sie in der Bürgerfragestunde des Rates Rinteln am Donnerstagabend die Gunst der Stunde nutzte. Eindringlich schilderte sie, was derzeit am Hasengarten passiert und forderte die Ratsherren zum Spenden ihrer Sitzungsgelder auf. Spontan kamen 170 Euro zusammen. Weitere Spenden sollen nach Zusagen aus SPD- und CDU-Fraktion noch folgen. Ursula Standar: "Diese Spendenbereitschaft tut sehr gut." Nach Aussage von Monika Hachmeister wird das Tierheim noch mindestens zwei Wochen komplett geschlossen bleiben. Fund- und Abgabetiere können aber alternativ an Pflegestellen vermittelt werden. Eine Katze, die Unbekannte einfach über den Tierheim-Zaun geworfen haben, fand etwa im Tierheim Stadthagen ein Quartier. Die Identifizierung des Virus wird voraussichtlich in den nächsten Tagen gelingen, noch analysiert die TierärztlicheHochschule Hannover. Derzeit sucht das Tierheim eine Familie für einen kurz vor Ausbruch des Virus vermittelten Kater, der in seiner neuen Familie nicht zurecht kommt: Linus, ein vierjähriger Hauskater. Wäsche- und Futterspenden sollten im Tierheim abgegeben werden. Wenn niemand öffnet, können die Spenden in dort aufgestellten Behältern deponiert werden, die regelmäßig geleert werden. Geldspenden bitte auf das Konto 333 220 71, Sparkasse Schaumburg, BLZ 255 514 80. Spendenquittungen können ausgestellt werden.

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