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Abwasserbetrieb schließt Wirtschaftsjahr dennoch ausgeglichen ab / Noch keine Gebührenerhöhung

Sinkende Einwohnerzahl lässt Kosten steigen

Hessisch Oldendorf (pj). „Das Problem ist und bleibt der jährliche Einwohnerverlust Hessisch Oldendorfs“, erläutert Georg Joschko, Betriebsleiter des Abwasserbetriebes. „Im Jahr 2008 waren dies wieder rund 250 Einwohner, das ist mehr als die Einwohnerzahl Langenfelds“, erklärte der Leiter des Abwasserbetriebes.

veröffentlicht am 17.08.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 21.08.2009 um 13:21 Uhr

Die Abwassermenge hat sich dadurch weiter reduziert und liegt nur noch bei rund 785 000 Kubikmetern im Jahr. Die Menge ist damit seit dem Jahr 2003 um fast 90 000 Kubikmeter gesunken. In Geld ausgedrückt, sind das Ertragsverluste von nahezu 280 000 Euro, sagt Georg Joschko. Damit ist die Gebührenerhöhung, die der Rat der Stadt Hessisch Oldendorf Ende 2005 beschlossen hatte, nahezu aufgezehrt. Damals wurde die Gebühr von 2,86 Euro pro Kubikmeter auf 3,06 Euro pro Kubikmeter angehoben. „Sollte sich die Bevölkerungsentwicklung in Hessisch Oldendorf in den nächsten Jahren nicht stabilisieren, ist mit negativen Jahresergebnissen zu rechnen“, betont Georg Joschko.

Einsparpotenziale sind ausgeschöpft

Der Abwasserbetrieb der Stadt Hessisch Oldendorf konnte dem Betriebsausschuss trotz gesunkener Einwohnerzahl und geringerer Abwassermenge ein ausgeglichenes Jahresergebnis für das Jahr 2008 vorlegen. Der Betriebsausschuss mit Otto Deppmeyer an der Spitze nahm dies erfreut zur Kenntnis und bedankte sich denn auch bei den Betriebsmitarbeitern für die erfolgreiche Arbeit.

„Die Vorgaben des Wirtschaftsplanes 2008 wurden mit rund 6 000 Euro übertroffen. Damit konnte aber nicht das Ziel erreicht werden, die Verluste aus Vorjahren auszugleichen, diese betragen immer noch 43 942 Euro“, wie Georg Joschko ausführt.

„Die möglichen Einsparpotenziale sind ausgeschöpft, eine weitere Reduzierung der Mittel im Unterhaltungsbereich der Abwasserbeseitigungsanlagen ist vor dem Ansatz Funktionssicherheit und Bestandserhaltung nicht vertretbar“, macht Georg Joschko deutlich. Bei der Kläranlage, die seit 1962 gemeinsam mit dem Unternehmen Besmer betrieben wird, ist der Anteil der Stadt an den Kosten auf inzwischen 70 Prozent gestiegen. In den Anfangsjahren lag die Aufteilung bei 35 Prozent aufseiten der Stadt, 65 Prozent trug das Unternehmen. Das änderte sich Mitte der 90er Jahre mit dem Anschluss aller Orte der Stadt ans öffentliche Netz. Die Abwassermenge, die in der Stadt anfiel, stieg enorm, und das Verhältnis wurde bei der Kostenübernahme deshalb geändert. Heute zahlt die Stadt 70 Prozent, 30 Prozent entfallen auf dura-Besmer.

Investition in Kläranlage hilft Kosten sparen

Die Kläranlage ist im Vorjahr mit einer neuen Prozesssteuerung ausgerüstet worden. „Jetzt kann die Belüftung der Belebungsanlagen schneller und gezielter erfolgen“, führen Abwassermeister Rainer Wübben und sein Mitarbeiter Michael Stumpe aus. Die Belüftung ist durch den hohen Energiebedarf ein maßgeblicher Kostenverursacher in einer Kläranlage. Die Änderungen an der Belüftungsanlage bringen nun eine Energieeinsparung von rund zehn Prozent im Laufe eines Jahres.

Ein weiterer Rückgang der Abwassermenge kann dazu führen, dass die Abwassergebühren steigen. Die Ursache liegt in der besonderen Finanzstruktur des Abwasserbetriebes. Nahezu 90 Prozent des Gesamtaufwandes sind Fixkosten wie etwa Zinsen, Abschreibungen, Personalaufwand und Abwasserreinigung, die nahezu unabhängig von der Abwassermenge zu finanzieren sind. „Erfreulich ist, dass der Zinsaufwand weiter sinkt, da konsequent auf Neuverschuldung verzichtet wird, und Jahr um Jahr der Altschuldenberg verringert wird. Im Vorjahr konnten so wiederum fast 600 000 Euro getilgt werden“, führt der Betriebsleiter aus. Auch wirkt sich die Betriebsführung der Stadtwerke Hessisch Oldendorf mit der Wasserversorgung positiv auf das Jahresergebnis aus.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die den Jahresabschluss geprüft hatte, hatte daher auch keine Einwendungen, und Wirtschaftsprüfer Falko Neumann bestätigte: „Die Geschäftsführung erfolgte ordnungsgemäß, und der Eigenbetrieb wurde wirtschaftlich geführt.“ So fiel es dem Betriebsausschuss nicht schwer, der Werksleitung für das Wirtschaftsjahr 2008 Entlastung zu erteilen. „Das Jahresergebnis entspricht den Erwartungen bei abnehmender Einwohnerzahl und steigenden Kosten“, betont der Ausschussvorsitzende Otto Deppmeyer. Sein Blick in die Zukunft ist für die Kunden jedoch nicht erfreulich: „Wir müssen irgendwann handeln, aber heute noch nicht.“



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