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Intensive Chorproben des Vokalensembles Cantus: „Wer gern singt, ist willkommen“ / Männer besonders gefragt

„Singen, lachen und essen“

BAD PYRMONT/SPRINGE. Ein Windstoß durch das geöffnete Fenster fegt die Notenblätter der Chorleiterin Annette Schmidt-Höngen vom Klavier herunter.

veröffentlicht am 18.09.2018 um 13:40 Uhr

Das Vokalensemble Cantus unter Anette Schmidt-Höngen. FOTO: Mark Schrader/PR

„Die Blätter fallen...“ murmelt sie, während sie diese vom Boden aufhebt. „Ja, es wird Herbst“, kommentiert ihr Bruder Christian aus dem Bass in der letzten Reihe. Allgemeines Gelächter ertönt, wie so oft in den Proben des überregionalen Chores, der vor über 30 Jahren zu ihrer Schulzeit am Bad Pyrmonter Humboldt-Gymnasium von der Dirigentin selbst ins Leben gerufen wurde.

Aus dem Doppel-Quartett, das sich einst in Wohnzimmern zum Proben traf, ist längst ein großes Vokalensemble geworden, das aus gut 30 Frauen und Männern besteht und sich in der Regel einmal im Monat samstags von 14.30 bis 19.00 Uhr im Bad Pyrmonter Gemeindehaus der Stadtkirche zum Proben trifft.

Um das Repertoire für die jährlichen Konzerte einzustudieren, genügen die monatlichen Probennachmittage aber nicht und so macht sich der Chor einmal im Jahr von Bad Pyrmont aus auf den Weg zu einem Chorwochenende, in diesem Jahr war das Lutherheim in Springe das Ziel.

„Singen, lachen und essen“, so beschreibt Chorsängerin Katrin Schrader die wesentlichen Tätigkeiten an einem solchen Wochenende. „Die gebündelten Proben an so einem Wochenende sind sehr effektiv und die Gemeinschaft, die unter uns besteht, wird in den Probenpausen bei netten Gesprächen, Spaziergängen oder beim abendlichen Beisammensein immer wieder deutlich“, ergänzt sie.

Wie gesellig das abendliche Beisammensein war, stellt Annette Schmidt-Höngen dann schmunzelnd beim morgendlichen Einsingen vor der ersten Probeneinheit fest: „Der Bass kommt heute aber wieder in sehr tiefe Stimmlagen...“

Die Freude an der Musik verbindet Chor und Dirigentin auf besondere Weise und die Sänger geben gern und mit Leidenschaft ihr Bestes, um den Ansprüchen der Berufsmusikerin zu genügen, die sich professionell auf jede Probe vorbereitet, die jeden Takt in jeder Stimme, jede Pause und jedes Crescendo verinnerlicht hat und jedes Konzert auswendig dirigiert. „Man fragt sich, wie in dieses kleine Köpfchen so viel hineinpasst“, bewundert Tenor Jörg Meier die musikalische Kompetenz der Chorleiterin. „Ihr entgeht nichts, sie hat es einfach drauf“, staunt er. Die bevorstehenden geistlichen Konzerte im Februar 2019, die in der Bad Pyrmonter Stadtkirche und in der Steinheimer St.-Marien-Kirche erklingen werden, stehen unter dem Motto „Gott wird alle Tränen wegwischen – God shall wipe away all tears“ und die Stücke spannen thematisch einen Bogen von Klage und Trauer über Bitte um Hilfe, Zuversicht, Hoffnung bis hin zu Dank und Lob. Das „Cantate Domino“ von Karl Jenkins aus dem Konzertprogramm beispielsweise ist bekannt als das „Adiemus“ aus einer Fernsehwerbung. Der Chor gestaltet auch weltliche Konzerte, hier reicht das Repertoire vom aufwendig arrangierten, oft fremdsprachlichen Volkslied über die Lyrikvertonung, Jazz und Pop bis hin zu Stücken aus Musicals wie „West Side Story“. „Wir sollten auch das Lied von Ina Deter in unser Repertoire aufnehmen, „Neue Männer braucht das Land“, meint Tenor Friedhelm Hanewinkel im Hinblick auf die deutliche Unterzahl der Männer im CANTUS. „Wer gern singt, ist besonders willkommen, wenn er männlich ist“, beschreibt Annette Schmidt-Höngen die Situation des Chores und würde sich in erster Linie über interessierte Nachwuchs-Tenöre freuen, die mit ihr unter 05231/ 8 86 28 Kontakt aufnehmen können. Nähere Informationen gibt es auch unter www.vocalensemble-cantus.de.



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