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„Herr Minister, niemand sollte gezwungen werden, Leben und Gesundheit aufs Spiel zu setzen“

Sind Radwege gefährlicher als die Straßen?

Hameln (kv). Radfahrer sind auf Radwegen neben der Straße stärker gefährdet als auf der Straße. Das meint jedenfalls der Fahrradaktivist Christoph Maercker. Seine Argumente gibt Oluf Braren bei Wesio wieder:

veröffentlicht am 22.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 16:41 Uhr

„Häufig vorkommende Gefahren auf Radwegen sind:

Abbiegende Autos und insbesondere LKW.

Aus Einmündungen und Ausfahrten herausfahrende Wagen, die bis an die Bordsteinkante vorfahren.

Türen parkender Autos, die plötzlich geöffnet werden.

Fußgänger, die auf Radwegen gehen oder diese ohne sich umzuschauen überqueren.

Angeleinte Hunde.

Radfahrer, die in der falschen Fahrtrichtung fahren.

Unebenheiten aller Art, welche die Gefahr schwerer Stürze in sich bergen.

Glassplitter und scharfkantige Gegenstände, die zu Reifenpannen führen.

Reklametafeln, Verkehrsschilder, sonstige Hindernisse.

Baustellen ohne ausreichende Ausweichmöglichkeiten und Beschilderung.

Parkende und auf Radwegen fahrende Autos.

Viele der folgenden Gefahren würde es ohne Radwege überhaupt nicht geben:

Radfahrer, die auf der Fahrbahn fahren, werden von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig wahrgenommen, wodurch wesentlich weniger schwere Radfahr-Unfälle an Kreuzungen und Einmündungen passieren.

Fahrzeugführer, die an Kreuzungen und Einmündungen bis zur Bordsteinkante vorfahren, stellen keine Gefahr für Radfahrer dar.

An parkenden Autos kann mit ausreichendem Abstand vorbeigefahren werden, so dass die Gefahr, mit öffnenden Autotüren zu kollidieren, weitaus geringer ist .

Fußgänger verhalten sich auf der Fahrbahn vorsichtiger, dies bedeutet wesentlich weniger Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern.

Einige der gefährlichsten Verkehrsverstöße von Radfahrern wie links fahren, wo es nicht erlaubt ist (auf manchen Radwegen ist es vorgeschrieben!), werden auf der Fahrbahn wesentlich seltener begangen.

Der Zustand von Fahrbahnen ist fast immer besser als der von Radwegen.

Fahrbahnen sind meist weniger mit Glassplittern und Müll verschmutzt.

Auf Fahrbahnen stehen weder Reklametafeln noch Verkehrszeichen.

Baustellen auf Fahrbahnen werden ausreichend beschildert und gesichert.

Einer der wichtigsten Verfassungsgrundsätze ist das Gleichheitsprinzip. Es darf nur dann eingeschränkt werden, wenn andernfalls größere Nachteile für die Allgemeinheit entstehen. Davon kann bei Radfahrern, die auf der Fahrbahn fahren, nicht die Rede sein, eher das Gegenteil ist der Fall, denn sie tragen beispielsweise weit weniger zu Staus bei als PKW und LKW.

Es ist an der Zeit, endlich Rechtssicherheit und klare Vorschriften zu schaffen, damit Radfahrer als gleichberechtigte Fahrzeugführer am Straßenverkehr teilnehmen können. Deshalb die Forderung an den Bundesverkehrsminister: Streichen Sie die Radwegbenutzungspflicht aus der Straßenverkehrsordnung!“

Sie sehen das völlig anders? Dann diskutieren Sie mit anderen bei Wesio darüber!

Ein PKW verlässt ein Grundstück: Ein Radwegekonzept, das Radfahrer gefährdet?

Foto: Braren



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