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Der Bad Pyrmonter Fechter scheidet bei den Olympischen Spielen 1952 mit Säbel und Florett im Achtelfinale aus

Siegfried Rossner – doppeltes „En garde“ in Helsinki

Zwei Wochen ließen bei den XV. Olympischen Spielen in Helsinki 1952 die weltbesten Fechter und Fechterinnen ihre Waffen klirren. Mit Florett und Säbel ging in Finnlands Hauptstadt der Bad Pyrmonter Siegfried Rossner für Deutschland gleich zweimal auf die Planche.

veröffentlicht am 07.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

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Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite

En garde, Prêt, Allez! Bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki strahlte neben den fünf olympischen Ringen auch die Pyrmonter Krone über der Fechter-Planche. Die Zuschauer konnten sie zwar nicht sehen, doch Siegfried Rossner, Hotelier aus der Kurstadt, hielt sie hoch und kämpfte in Finnlands Hauptstadt um die Ehre des deutschen Fechtsports.

Für den erfahrenen Fechter, der für den Turn-Klubb (TK) Hannover startete, blieb es nicht beim Einsatz mit seinem geliebten Säbel. Rossner musste überraschend auch mit dem Florett antreten. Denn bei seinem Teamkollege Willy Fascher lief es im hohen Norden überhaupt nicht rund. So stellte der 1998 verstorbene Siegfried Rossner auch noch einmal mit dem klassischen Florett Teamgeist unter Beweis. Und das mit 38 Jahren. Heute kaum vorstellbar, dass man in diesem Alter als Fechter noch um olympische Meriten kämpft. Dennoch zählte der Inhaber des damals bestens bekannten Pyrmonter Hotels „Damköhler“ – heute ist an dieser Stelle in Pyrmonts Fußgängerzone die Stadtsparkasse zu finden – keinesfalls zu den Routiniers der damaligen deutschen Fechtergarde. Im Gegenteil, in der Säbelmannschaft war der gebürtige Berliner sogar der Youngster. Dienstältester mit 49 Jahren (!) im deutschen Helsinki-Aufgebot war Julius Eisenecker. Der hatte sich 1936 in Berlin mit Säbel und Florett sogar Mannschafts-Bronze geholt.

Am Ende der zwei Wochen Olympia in Suomi kehrte Siegfried Rossner zwar ohne Medaille nach Bad Pyrmont zurück, konnte Helsinki aber sicher als schönstes Erlebnis seiner langjährigen Karriere festhalten. Das doppelte Ausscheiden mit Florett und Säbel im Achtelfinale war keine Überraschung und vor allem kein Beinbruch. Denn die deutschen Fechter spielten bei ihrem ersten olympischen Auftritt nach dem 2. Weltkrieg auf der internationalen Bühne nicht mehr als eine kleine Nebenrolle.

Statt Medaille gab es für Siegfried Rossner später aber vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung deutscher Sportler. Immerhin holte Rossner auch die Deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit seinem Verein TK Hannover an die Leine.

 



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