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Neuer Grünkohlkönig im Dr.-Witte-Rott

Siegfried I. macht Fürst Konkurrenz

Bückeburg (jp). Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe dürfte in seiner Stellung als Hausherr von Schloss Bückeburg bislang vergleichsweise unangefochten sein - seit letztem Wochenende hat er jedoch einen ernsthaften Konkurrenten. Siegfried Klein, frisch gekürter Grünkohlkönig des Dr.-Witte-Rotts, verkündete anlässlich seiner Krönung im Überschwang des Triumphes, er fühle sich jetzt stark genug, "dass ich zum Schloss laufe und dem Fürsten sage, dass ich jetzt der Herrscher bin."

veröffentlicht am 26.02.2008 um 00:00 Uhr

Siegfried Klein: "Die Krönung meines Lebens ...". Foto: jp

Wie realistisch er die Chancen einer solchen Thron-Usurpation einschätze, ließ der ehemalige Stadtmajor und Vorsitzende des VfL Bückeburg zwar nicht verlauten, versprach aber, auf jeden Fall ein milder und angenehmer Regent zu sein. Sprach's und spendierte zur Feier seiner Krönung dem versammelten Dr.-Witte-Rott eine Runde. Mit seinem Grünkohlessen hatte das Dr.-Witte-Rott im Bürgerbataillon Bückeburg zu einem seiner zweifellos beliebtesten Programmpunkte im Rott-Veranstaltungskalender eingeladen. Zahlreiche Mitglieder, Freunde und Nachbarn konnte Rottleiter Albert Brüggemann dazu in der "Altdeutschen Stube" des Brauhauses begrüßen, wo ihnen der neue Wirt Momo Todorowski und das Küchenteam von Diana Gneist das schmackhafte Wintergemüse nebst allerlei deftig-herzhaften Fleisch- und Wurstbeilagen servierte. 30 Kilogramm Grünkohl, 10 Kilogramm Kasseler und eine glatte Hundertschaft Würste ließen sich die Dr.-Witte-Rottleute zum Schaumburger Bier schmecken. Für die humoristischen Spitzen des Abends sorgte wie vor zwei Jahren schon einmal Kabarettist und Redakteur Ulrich Reineking aus Rinteln, der ganz seiner satirischen Ader und dem berühmten Tucholsky-Wort von dem, was die Satire dürfe, folgend vor gar nichts haltmachte, weder vor Nachbarstädten noch vor Landtagsabgeordneten. Warum man denn den allseits bekannten ehemaligen Bückeburger CDU-Landtagsabgeordneten nicht zum Grünkohlessen eingeladen habe, wunderte sich Reineking, er sei doch anlässlich seines Abschiedes aus der Landespolitik geradezu prädestiniert gewesen für die Rolle einesSponsors und: "Dann wäre er wenigstens dadurch in guter Erinnerung geblieben." Mit dem ehemaligen CDU-Fraktionschef Jürgen Harmening verabschiedete Albert Brüggemann den Grünkohlkönig des Jahres 2007 in den Kreis der ehemaligen Majestäten. Der bedankte sich ausdrücklich für Unterstützung, die er während seiner Krankheit aus den Reihen des Rotts erfahren habe: "Freunde sind in einer so schweren Zeit wichtig." Und reihte sich dann gleich in die von Ulrich Reineking vorgegebene humoristische Marschrichtung ein, als er anmerkte, aufgrund des Klimawandels werde die EU-Kommission demnächst Grünkohlanbaugebiete in den Bereich des Nordkaps verlegen und plane bereits jetzt eine Transrapidstrecke dorthin. Mit einer von Bürgermeister Reiner Brombach unterschriebenen Ehrenurkunde und einem gewaltigen Grünkohl-Zepter wurde Ex-Stadtmajor Siegfried Klein anschließend zur neuen Majestät gekürt. Er habe schon immer einmal König werden wollen, erklärte Seine Hoheit Siegfried I., beim Bürgerschießen habe es jedochbislang noch nicht einmal zum Ritter gereicht. Es sei nun eine große Ehre, noch einmal adelig zu sein, "die Krönung meines Lebens." Seine Untertanen nahmen ihn dafür gleich in die Pflicht: Wenn das Dr.-Witte-Rott beim nächsten Weihnachtsmarkt wieder ein Grützeessen zugunsten von "Brot für die Welt" veranstaltet, wird der neue Grünkohlkönig die Menschenmassen zum Stand locken und zum Grützeverzehr animieren.



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