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31. Spieltag

Sieg in Wolfsburg: BVB wieder nah an Champions-League-Platz

Vor drei Wochen waren es noch elf Punkte. Nach dem Dortmunder 2:0-Sieg beim VfL Wolfsburg beträgt der Abstand zwischen den beiden Konkurrenten im Rennen um die Champions-League-Plätze nur noch zwei Zähler. Vor allem ein Spieler war nicht zu stoppen.

veröffentlicht am 24.04.2021 um 19:02 Uhr

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Das zweite Tor von Erling Haaland war geradezu sinnbildlich für die große Champions-League-Aufholjagd von Borussia Dortmund.

Ein Verteidiger des VfL Wolfsburg spielte einen Fehlpass, Mahmoud Dahoud nahm ihn auf. Der BVB-Profi passte den Ball direkt zu Haaland weiter - und der sprintete damit über mehr als die Hälfte des Spielfelds auf das Tor zu.

Die Dortmunder scheinen gerade kaum mehr zu stoppen zu sein, denn durch zwei Treffer des Norwegers in der 12. und 68. Minute gewann der Tabellenfünfte am Samstag mit 2:0 (1:0) beim Tabellendritten aus Wolfsburg und hat einen fast schon verloren geglaubten Platz in der Champions League nun wieder dicht vor Augen.

Nur zur Erinnerung: Noch vor drei Wochen hatte der BVB nach seiner 1:2-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt elf Punkte Rückstand auf den VfL. Vier eigene Siege und drei Wolfsburger Niederlagen später ist dieser Abstand auf nur zwei Zähler zusammengeschmolzen. Und das, obwohl die Borussia in ihrem vermeintlichen Endspiel um einen der ersten vier Plätze nach einem Platzverweis für Jude Bellingham (59./Gelb-Rot) mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl war.

«Ich glaube, dass wir psychologisch jetzt im Vorteil sind. Wir müssen die Situation ausnutzen, dass wir gut im Flow sind», sagte Marco Reus zu den Champions-League-Hoffnungen seines Teams. Auch Trainer Edin Terzic war voll des Lobes: «Wir haben uns mit allem, was wir hatten, gewehrt. Man darf nicht vergessen, dass wir die dritte englische Woche nacheinander hatten, in der wir viele Körner gelassen haben. Wie die Mannschaft alles dafür getan hat, um einen Konkurrenten auf zwei Punkte heranzuziehen, war kämpferisch herausragend.»

Für die Dortmunder ging es in diesem Schlüsselspiel auch um mehr. Ihnen hätte schon ein Unentschieden kaum geholfen. Die Einnahmen aus der Champions League brauchen sie bei ihrem teuren Kader und den massiven Einnahmeverlusten der Corona-Krise ungleich dringender als der Volkswagen-Club aus Wolfsburg. Zudem geht es beim BVB auch immer darum, seinen hochbegabten Spielern wie Haaland eine sportliche Perspektive zu bieten. «Vor ein paar Wochen wurde mir noch die Frage gestellt: Was ist mit Erling los? Ist er mit seinen Gedanken noch in Dortmund? Die Antwort darauf hat er heute gegeben», sagte Terzic.

Genau wie zuletzt schon Eintracht Frankfurt und Bayern München profitierten allerdings auch die Dortmunder davon, dass die eigentlich so starke Abwehr des VfL Wolfsburg in der entscheidenden Phase des Champions-League-Rennens auf ungewohnte Weise patzt. Denn in der 12. Minute nahm Haaland einen missglückten Rückpass von Ridle Baku auf und nutzte dieses Geschenk zu einer frühen 1:0-Führung. Seinem zweiten Tor gingen dann der Fehlpass von John Anthony Brooks und die Handlungsschnelligkeit von Dahoud voraus.

«Wir müssen uns heute wieder an die eigene Nase fassen, denn wir machen in diesen Duellen zu viele individuelle Fehler», sagte VfL-Trainer Oliver Glasner. «Die Luft wird dünn in den Sphären, in denen wir jetzt spielen. Viele Spieler von uns haben auf diesem Niveau noch nicht gespielt. Das sind Erfahrungen, die man noch sammeln muss. Und diese Erfahrungen sammeln wir gerade in diesen Spitzenspielen. Aber es ist auch nicht so, dass jetzt die Welt untergeht. Wir waren ebenbürtig mit Borussia Dortmund und wir waren auch schon ebenbürtig mit Bayern München. Das macht mich zuversichtlich für die nächsten Wochen.»

Die Wolfsburger machten wie schon beim 3:4 in Frankfurt und beim 2:3 gegen den FC Bayern kein schlechtes Spiel. Sie drängten die Borussia sogar zeitweise weit in die eigene Hälfte zurück. Doch einerseits kann man sich auf diesem Niveau nicht derart entscheidende Fehler leisten. Und andererseits fiel dem VfL gerade in Überzahl nicht mehr viel ein. Selbst ohne ihren gesperrten Weltmeister Mats Hummels hielt die Dortmunder Abwehr fast alle Angriffswellen vom eigenen Tor fern. In der zweiten Hälfte hatten die Dortmunder trotz ihrer Unterzahl sogar deutlich mehr und deutlich bessere Chancen.



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