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Ver.di und "Bethel"-Mitarbeiter protestieren gegen Personalabbau / Bus mit 70 Bückeburgern fährt zu Kundgebung nach Berlin

Sieben Kilometer Laufleistung pro Schwester und Schicht

Bückeburg (tw). "Schätzen Sie mal ...": Mit einer Plakataktion hat der Ver.di-Bezirk Hannover/Leine-Weser am gestrigen Freitag im Verein mit Beschäftigten des Krankenhauses Bethel publikumswirksam auf dem Bückeburger Marktplatz gegen den "dramatischen Personalabbau" in den Krankenhäusern des Landes und für eine "ordentliche Finanzierung" der Einrichtungen demonst riert.

veröffentlicht am 13.09.2008 um 00:00 Uhr

"Schätzen Sie mal ..." Angela Schultjan (r.), Melanie Vauth (l.)

Das "Flagge-Zeigen" auf dem Wochenmarkt war Teil einer bundesweiten Protestserie, die einen Höhepunkt bei einer Kundgebung am 25. September in Berlin finden soll. Ver.di rechnet mit 50 000 Teilnehmern; 70 werden auch aus Bethel erwartet. An der gestrigen von ver.di-Gewerkschaftssekretärin Angela Schultjan in Bückeburg initiierten Aktion nahmen mit Melanie Vauth und Sigrid Wittenberg insgesamt zwei Mitarbeiterinnen des Krankenhauses teil. Schultjan hatte ein Plakat im XXL-Format mit Suggestivfragen zur Lage der Krankenhäuser in Niedersachsen beschriftet und auf dem Pflaster des Marktplatzes ausgelegt. Passanten sollten zum Beispiel schätzen, wie viele Patienten pro Jahr in Bückeburg stationär behandelt werden. Die richtige Antwort: mehr als 5000. Oder wie viele Pflegekräfte deutschlandweit in den letzten zehn Jahren abgebaut wurden. Richtig in diesem Fall: etwa 50 000. Last but not least konnten Passanten erfahren, wie viele Kilometer eine Krankenschwester in Bethel pro Schicht zurücklegen muss: laut ver.di sind es etwa siebeneinhalb. Schultjan, Vauth und Wittenberg trugen Anstecker am Revers, auf denen die gemeinsame Forderung unter dem Solgan "Der Deckel muss weg" deutlich zu lesen war. Postkarten mit dem gleichen Aufdruck und der Forderung "Wachen Sie auf, Frau Schmidt", verteilte das Trio an die Marktgänger - in der Hoffnung, dass sie die Karten direkt an die Bundesgesundheitsministerin schicken. Hintergrund: Die Forderungen an die Politik sind: Kurzfristig ? Weg mit dem Sanierungsbeitrag ? Finanzierung der Tarifsteigerungen Langfristig ? Aufhebung der Budgetdeckelung ? Finanzierung der Kostensteigerungen ? Mehr Geld für Arbeitsplätze und Nachwuchssicherung ? Krankheitswahrscheinlichkeit und medizinischen Fortschritt voll finanzieren ? Festpreissystem auf Landesebene ? Verlässliche Regelung zur sachgerechten Finanzierung der Investitionen.

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