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Eiserne Hochzeit beim Ehepaar Anne-Marie und Karl Schaper

Sie waren unternehmungslustig und reisten viel

Hameln. Sie hatten sich am 6. Juni 1946 beim Tanz in Hagenohsen kennengelernt und waren bald entschlossen, den heiligen Bund der Ehe einzugehen. Ihre Verlobung feierten Anne-Marie Beinhorn und der Malergeselle Karl Schaper mit einem Zelturlaub auf Sylt. Ein Jahr später traten sie am 2. Oktober 1948 in der Münsterkirche vor den Traualtar – jetzt sind sie 65 Jahre miteinander verheiratet und feiern die Eiserne Hochzeit.

veröffentlicht am 10.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Durch den Zweiten Weltkrieg kam die Beiden relativ gut. Karl Schaper war lange in der Bretagne beim Küstenhafenschutz stationiert und wurde erst 1945 am Plattensee in Ungarn durch Granatsplitter verletzt, von denen noch heute zwei im Bereich der Halswirbelsäule stecken. Sie war dagegen als Fernschreiberin und Nachrichtenhelferin in Norwegen im Einsatz, kam heil nach Deutschland zurück, wurde noch nach Ostpreußen geschickt und dort aus dem Heer entlassen. In ihrem Wohnort Gotenhafen entging sie mit ihrer Mutter nur knapp dem Schicksal tausender anderer, die auf der „Wilhelm Gustloff“ vor dem Vormarsch der Russen evakuiert werden sollten. Mutter und Tochter wurden nicht mehr auf das Schiff gelassen, das auf der Ostsee mit mehr als 9000 Menschen an Bord durch Feindeinwirkung versenkt wurde. Mit einem Fischkutter gelang ihnen am nächsten Tag die Fahrt über die Ostsee nach Schleswig Holstein und von dort die Flucht in die Lüneburger Heide, wo die Großeltern in Brome zu Hause waren. Weil es dort aber keine Arbeit gab, ging es weiter nach Hameln, wo Anne-Marie zunächst bei der Töpferei Delius und später auch bei der AEG arbeitete.

Karl Schaper hatte das große Glück, dass er bei Tangermünde noch über die Elbe kam, von den Amerikanern nach wenigen Tagen entlassen wurde und nach einer Odyssee durch mehrere Lazarette am 19. Mai 1945 in Hannover auf freiem Fuß war. Drei Tage später war er wieder daheim in Emmern und begann schon am 15. Juni 1945 wieder in seinem Ausbildungsbetrieb als Maler zu arbeiten. 1959 machte er sich selbstständig und am 1. Mai 1965 wurde ein Haus an der Koppenstraße gekauft, wo die beiden noch heute gemeinsam leben. Ihre beiden Kinder Brigitte und Uwe haben ihnen zwölf Enkelkinder geschenkt, die selbst zusammen zehn Kinder haben.

In ihren 65 Ehejahren sind die Jubilare viel gereist, waren Hochseeangeln, sind oft in den Alpen gewandert und waren unternehmungslustig, wie sie ihr Leben selbst schildern. Zwar machen die Beine bei Karl Schaper nicht mehr gut mit, aber im Kopf ist er trotz seiner 91 Jahre noch immer ebenso fit wie seine 88-jährige Ehefrau.



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