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29. Neumarkter Heimattreffen in Anwesenheit einer polnischen Delegation aus Sroda Slaska

Sie pflegen enge, freundschaftliche Kontakte

Hameln. Mit einer Kranzniederlegung an der Vertriebenen-Gedenkstätte auf dem Deister-Friedhof in Hameln gedachte der Vorsitzende des Neumarkter Vereins, Edgar Güttler, der Toten in der Heimat, der Toten bei Flucht und Vertreibung, der zahllosen Opfer des Zweiten Weltkrieges, der Kriegsgefangenen und verschleppten Zivilpersonen. „Die Stimmen der Toten mahnen uns, für Frieden unter den Völkern zu kämpfen“, sagte Güttler. Die rund 400 Heimatfreunde lobten die Organisatoren der Veranstaltung, neben Güttler auch die Herren Kloske, Lorenz und Petrausch, für die Wahl des Veranstaltungsortes „Altes Hallenbad“.

veröffentlicht am 14.07.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 13:41 Uhr

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte Güttler die Vereinsmitglieder und politischen Vertreter aus Sroda Slaska (Neumarkt), der Patenstadt von Hameln, den dortigen 2. Bürgermeister Mieczyslaw Kudrynski, den Vorsitzenden des Stadtrates von Sroda Slaska, Zbigniew Sozamnski und den Übersetzer Slawomir Siwerski. Für die Unterstützung bezüglich der Ausrichtung des Treffens dankte Güttler der Hamelner Stadtverwaltung, Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann, den Bürgermeistern Ursula Wehrman und Herbert Rode sowie Pressesprecher Thomas Wahmes.

Anlässlich des Stadtfestes in Sroda Slaska habe i mit Wolfgang Weber erstmals ein offizieller Vertreter der Patenstadt in der dortigen Probsteikirche gemeinsam mit dem Neumarkter Verein an einer Feier in Polen teilgenommen, sagte Güttler. Heute – nach einem Zeitabstand von 65 Jahren – könnten die Neumarkter den schmerzlichen Verlust ihrer Heimat mit Wehmut, aber auch mit Gelassenheit ertragen, meinte Güttler. „Die Vertreibung hat am härtesten die Generationen unserer Eltern getroffen. Sie wurden auch um die Hoffnung betrogen, die sie zu Beginn ihrer Vertreibung noch hegten, in ihre Heimat zurückkehren zu können.“ Alle Not und Verzweiflung, die Vertriebene ertragen mussten, dürfe sich nie mehr wiederholen, appellierte Güttler und forderte: „Dafür sollten wir alle im vereinten Europa kämpfen.“

In ihrer Rede ging Bürgermeisterin Ursula Wehrmann auf die Menschen ein, die ihr Hab und Gut durch Vertreibung und Flucht verloren haben. Sie sei erstaunt, dass es dem Neumarkter Verein Hameln nach mehr als sechs Jahrzehnten immer noch gelinge, so viele Neumarkter zu mobilisieren und ein solches großartiges Treffen auf die Beine zu stellen. Ganz besonders begrüßte Wehrmann die Gäste aus Sroda Slaska. „Dass Repräsentanten aus der ehemaligen Heimat heute bei uns zu Gast sind, unterstreicht die engen, freundschaftlichen Kontakte, die der Verein nach Polen unterhält“, sagte Wehrmann. Deutlicher könne eine Verständigung nicht gelebt werden. Wehrmann erinnerte an die „Charta“ der Deutschen Heimatvertriebenen. Die vor 60 Jahren formulierte Charta sei der erste Entwurf für eine Verständigung zwischen den Völkern. „Wir alle wissen, dass Ihnen Leid und Unrecht angetan wurde. Sie haben nicht nur ihr Zuhause verloren, sie mussten alles aufgeben. Wir hoffen, dass sie hier eine neue Heimat gefunden haben und dass die Kinder und Enkel in Freiheit und Frieden aufwachsen. Als Betroffene weiß man besser als alle anderen, dass Gewalt niemals ein politisches Mittel sein kann, um ein Problem zu lösen.“ Bürgermeister Mieczyslaw Kudrynski sagte, Sroda Slaska (Neumarkt) habe eine rasante wirtschaftliche Entwicklung genommen. Auch die kulturellen Erfolge seien vorzeigbar. Der Bürgermeister warb für einen Besuch der Neumarkter in Sroda Slaska.

Edgar Güttler, der Vorsitzende des Neumarkter Vereins


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