weather-image
14°
Kreishandwerkerschaft spricht 47 Gesellen frei / 15 fallen bei Prüfungen durch

"Sie müssen immer Qualität abliefern"

Landkreis (dil). "Zur kleinsten Freisprechungsfeier eines Winterhalbjahres seit langem" hat Kreishandwerksmeister Thomas Krömer am Donnerstagabend 47 ehemalige Auszubildende im Bückeburger Rathaussaal begrüßt. 15 waren bei den Prüfungen durchgefallen, und eine Bestenehrung wurde angesichts der Leistungen auch nicht vorgenommen. Walter Heitmüller, Präsident der Handwrkskammer Hannover, appellierte an den Berufsnachwuchs: "Sie müssen immer Qualität abliefern. Sie sind die Visitenkarten der Betriebe beim Kunden."

veröffentlicht am 16.02.2008 um 00:00 Uhr

Walter Heitmüller, Präsident der Handwerkskammer Hannover, bei s

"Sie werden künftig immer ein Stück mehr Verantwortung übernehmen müssen", sagte Krömer den neuen Gesellen. "Das ist auch eine Überprüfung, ob sie dies wollen und können." Die jetzt erworbenen Kenntnisse würden ihnen aber auch in schweren Zeiten weiterhelfen. Es gebe inzwischen von Kammer, Kreishandwerkerschaft und Innungen ein Angebot zur Hilfe bei der Arbeitsuche, wenn man nicht übernommen worden ist. Krömer appellierte auch an alle, die Weiterbildungsangebote der Kammer zu nutzen. Krömer sagte, das Handwerk könne seine Arbeit nicht ins Ausland verlegen, es müsse sich in der Region bewähren. Und bei der Ausbildung erfülle es seine gesellschaftliche Aufgabe auch in schweren Jahren (gerade 30 Prozent Steigerung), denn angesichts des demografischen Trends "werden wir noch gutausgebildete Fachkräfte brauchen". Statt mit Umweltzonen und Plakettenzwang den Handwerkern das Leben schwer zu machen, solle die Politik lieber Innovationen fördern, sagte Krömer. So gebe es schon Dachziegel, die Stickoxide neutralisieren können. Für den Landkreis Schaumburg sah er im Handwerk verhaltenen Optimismus, aber nicht überall gleich ausgeprägt. Er dankte den ausbildenden Betrieben: "Nur wer gut ausbildet, hat auch zufriedene Mitarbeiter." Heitmüller wies darauf hin, dass das Handwerk im Kammerbezirk 2007 ein Prozent Umsatzsteigerung erreicht habe, die Zahl neuer Betriebe um mehr als 500 auf fast 18 000 gestiegen sei. "Doch der Zuwachs sind fast nur Firmen, wo kein Meister mehr notwendig ist. Aber wer nichts gelernt hat, kann auch nicht ausbilden. Die Qualitätsschraube dreht sich deshalb zunehmend nach unten." Das Handwerk habe mit sieben Prozent mehr Ausbildungsplätzen im Bezirk gegengesteuert. Den neuen Gesellen rief er zu, stolz auf ihren Abschluss zu sein, der zu Qualität verpflichtet. "Bei umfassender Qualität bleibt auch das für uns so wichtige Vertrauen des Kunden. Und denken Sie daran, Sie sind jetzt auch Vorbild für die neuen Lehrlinge." Lehrlingswart Walter Hardekopf und Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, schritten dann zur Übergabe der Gesellenbriefe.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare