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Projekt zum angstfreien Lernen von den Gebrüdern Heilemann für ihre ehemalige Grundschule

Sie haben die Mutprobe bestanden

Hameln. Mit dem Projekt „Schüler mutig machen“ wollen der 31-jährige Fabian Heilemann und sein 27-jähriger Bruder Ferry Heilemann den Schülern ihrer ehemaligen Grundschule in Klein Berkel erstes Rüstzeug fürs Leben mit auf den Weg geben und sich damit auch für ihre positive Grundschulzeit bei ihrer Klassenlehrerin „Hinni“ (Annette Hinrichs, heute Annette Große Hülsewiesche) und der damaligen Schulleiterin Frau Ikes bedanken. Mutig zu den eigenen Ideen stehen zu können und körperliche Kraft entwickeln zu können, um anderen helfen zu können, sind persönliche Fähigkeiten, die die beiden Brüder in ihrem Erwachsenenleben zu Dankbarkeit verpflichtet.

veröffentlicht am 19.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Das Projekt startete im Herbst 2012 mit einem Elternabend. Das kostenlose Angebot für die Schüler der dritten und vierten Klasse begann im Eugen-Reintjes-Haus, im FiZ in der Osterstraße mit Mutübungen und Mutproben auf allen Ebenen. Dabei ging es um Fragen der Gerechtigkeit – die innere Erregung der Schüler sollte angesprochen werden. In den Osterferien wurde dann in Verbindung mit dem TC Hameln ein Kampfkunsttraining von Manfred Thiele (4. Dan) in Taekwondo angeboten, das die Schüler einmal wöchentlich bis zu den Sommerferien absolvierten. Dabei lernten die Schüler den direkten körperlichen Einsatz mit der Zielsetzung, sich in Gefahrensituationen schützen zu können. Ziel ist in diesem Baustein, wie der Projektleiter und Psychologe Dr. Michael Heilemann erläutert, die Schüler körperlich so zu trainieren, dass sie eingreifen können und sich und andere verteidigen können. Die Schüler lernten, gefährliche Situation einschätzen zu können, einen Ein-Meter-Abstand zu wahren und sich dadurch zu schützen. Allerdings sollten die Schüler auch weiterhin täglich trainieren und sich körperlich und sportlich fit halten, so wie die Heilemann-Brüder es auch täglich tun.

Die Abschlussveranstaltung mündete jetzt nach den Sommerferien in der Verleihung des persönlichen Mut-Zertifikates für die 27 teilnehmenden Schüler. Von 16 bis 19 Uhr wurden sie von den Trainern Sabine Gotthusen mit einfachen Sportübungen aufgewärmt, bevor sie aufgeteilt in Kleingruppen, mit Gabriele Fischfasser von Proeck ein Anti-Blamiertraining durchliefen, von Clown Alfred Then zu kleinen Mutproben im Schauspiel ermuntert wurden, von Nathalie Iwan Breakdance kennen- lernten und Yasemine Özcan ihnen Kampfrhetorik vorstellte. Diese Profis gaben den „Mut-Willigen“ den letzten Schliff, nicht nur, um im aufrechten Gang und erhobenen Hauptes durch ihr eigenes Leben schreiten zu können, sondern auch, um schon jetzt die Grundlage für Zivilcourage und Bürgersinn entwickeln zu können. Denn in diesem dritten Block sollte das Wir-Gefühl gestärkt werden, die eigene Hilfskraft ausgebaut werden. Mental erlernt wurde von den Schülern, „ich kann angstfrei sein, weil ich nie jemanden angreifen werde, weil mir klar ist, wie ich mich selbst erlebe und selbst verteidige“.

Leider ist auch heute für viele Kinder der Schulalltag von Angst geprägt, das von den Heilemann-Brüdern gesponserte Projekt will diesem Gefühl ein Kontrastprogramm entgegensetzen. Die geschäftlich sehr erfolgreichen Brüder wollen den Schülern ihrer Grundschule mit dem Projekt eine angstfreie Schulzeit ermöglichen. Ihr Appell lautet, dass die Schulpflicht immer auch mit Schulsicherheit einhergehen soll.

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Fabian und Ferry Heilemann fühlen sich in der Verantwortung, als Dank für ihre erfolgreiche Schulzeit dieses Angebot des Wissens den jungen Schülern ihrer ehemaligen Schule mit auf den Weg zu geben, damit auch sie stets mit einem Lächeln im Gesicht zur Schule gehen können und damit auch sie in ihrer künftigen Schullaufbahn ein Signal setzen gegenüber Schülern, die die Schule verweigern. Die so gestärkten Schüler zeigen den anderen, dass die Schulverweigerung mit ihnen nicht läuft, indem sie Solidarität beweisen. wurde allen mutigen Schülerinnen und Schüler, der Lehrerin Annette Große Hülsewiesche und dem Lehrerinnen-Team, den unterstüzenden Eltern und den ideengebenden Sponsoren. Die Fähigkeit, Gerechtigkeit auch aus eigener Kraft einzufordern und sicherstellen zu können, wird von Charles Dickens (1812 bis 1870) wie folgt bezeichnet: „Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit.“ Und die Heilemann-Brüder betonen: „Nur wer sich sicher fühlt, ist tolerant.“ul

Die Schüler bei der Einweisung vor den Trainingseinheiten in der verlässlichen Grundschule Klein Berkel, die auch das Prädikat sportfreundliche Schule trägt. Hier mit der Lehrerin Annette Große Hülsewiesche und den Teamern.

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Die erfolgreichen Jungunternehmer Ferry (li.) und Fabian Heilemann wollen der künftigen Generation Mut machen und ihrer Schule danken. wft



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