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Zu Kriegsende geboren und am 5. April 1951 eingeschult: Treffen der Ehemaligen Grundschüler weckt Erinnerungen

Sie bezogen als Erste den Neubau der Volksschule

Afferde (git). Zum Heizen stand ein Ofen in der Ecke. Die Schulbänke waren festgeschraubt, der Fußboden bestand aus Holzdielen. Eine Turnhalle gab es nicht und der Pausenhof war ein kleiner Schotterplatz. Der Blick aus dem Fenster der alten Afferder roten Schule am Vogelsang ist der gleiche wie heute – zur St.-Georg-Kirche.

veröffentlicht am 19.04.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

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Über 60 Jahre ist es nun her, dass die Anwesenden exakt in dem Raum stehen, in dem sie am 5. April 1951 in die „Volksschule Afferde“ eingeschult wurden. Viele Ehemalige sehen sich seit Jahrzenten zum ersten Mal wieder. Hilfreich sind die Namenszettel am Revers. Heute ist das Erdgeschoss Teil des Gemeindehauses von Afferde. Von den insgesamt 29 Schulanfängern leben heute noch fünf in Afferde.

Besonders die, die Afferde den Rücken gekehrt haben und zum Klassentreffen von weither angereist sind, sind erfreut, dass der Raum im Prinzip der „alte“ geblieben ist. „Wenn wir hier so zusammen sind, fühlen wir uns wie damals“, sagen die Ehemaligen, die sich beim Kaffeetrinken in ihrem alten Klassenraum in ihre ersten Schuljahre zurückversetzt fühlen. Zum Turnen gingen sie regelmäßig auf den Düth. Nur im Winter, wenn es zu kalt wurde, habe die Lehrerin, Fräulein Neuhaus, die Turnstunde in den Klassenraum verlegt. Lehrerin Ursula Neuhaus haben sie alle vergöttert. Noch heute sprechen sie voller Lob und Ehrfurcht von ihr. Aus gesundheitlichen Gründen könne die betagte Dame leider nicht dabei sein. „Sie musste nicht schimpfen, wenn sie traurig guckte, reichte das für uns schon.“ Verabredungen für den Nachmittag wurden ausschließlich in der Schule getroffen, telefonieren? Nie! Es habe ja kaum jemand ein Telefon zu Hause gehabt.

Einer der Höhepunkte des Klassentreffens war das Herumreichen der alten Fibel und der Schiefertafel die Regina Mäkeler (geb. Biesemeier) dabei hatte. Neben Fibel und Schiefertafel gehörten Rechenbuch und Griffelkasten zum kompletten Schulbedarf der ersten Schuljahre. An Probleme mit schweren Schulranzen erinnerten sich die ehemaligen Schüler nicht. Unvergesslich und ein einschneidendes Ergebnis war für alle Schüler im Herbst 1954 der Wechsel in den damals hochmodernen Schulneubau an der Breslauer Straße. Ein halbes Jahr später übernahm Helmut Teichmann die Klasse von Ursula Neuhaus. Teichmann sei der Inbegriff eines tollen Klassenlehrers gewesen. Mit ihm durchlebte die Klasse zwei Jahre lang den Schulversuch „differenzierter Mittelbau“, für die fünfte und sechste Klasse. Vergleichbar mit der Orientierungsstufe. „Wir waren stolz auf den neuen Klassenraum mit Gruppenraum, eine riesige Rasenfläche als Schulhof, Filmsaal, Werkraum, Schulküche, Terrarium im Flur, Duschräume und eine richtige Pausenhalle“, erinnert sich Uwe Pieringer.

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  • Für die ehemaligen Schüler, die den Umzug vom Vogelsang zur Breslauer Straße miterlebt hatten, heißt sie noch immer „neue Schule“, die „verlässliche Grundschule Afferde“. Fotos: git

Das Organisationsteam von Uwe Pieringer, Christine Grensemann (geb. Rokus) und Regina Mäkeler (geb. Biesemeier) hat bei seiner Planung viele Hürden überwinden müssen. Denn laut Pieringer seien im Stadtarchiv von den ersten Schuljahren weder Schulunterlagen noch Klassenlisten auffindbar. Vieles musste aus dem Gedächtnis erfolgen, da es auch kein Einschulungsfoto gab. „Einzige schriftliche Hilfe hatten wir durch kirchliche Unterlagen“, sagt Regina Mäkeler. Nach dem Besuch der roten Schule und ein Blick in die St.-Georg-Kirche stand ein Abstecher zur Afferder Schule an der Breslauer Straße auf der Tagesordnung. Hier begrüßte der amtierende Schulleiter Uwe Wilhelms-Feuerhake die Ehemaligen und ermöglichte einen Schulrundgang.



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