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Gitarren- und Flötenzauber in der Kapelle / "New Celtic Music"

Sickmannöffnet Schatzkästchen

Rehren (dis). "Gitarrenzauber - Musik von zeitloser Schönheit" hieß der Titel eines Konzertes, zu dem der Kulturverein in die Rehrener Kapelle gebeten hatte. Zwei kleine Abschnitte aus dem in Neuseeland komponierten "On the beach" gewährten zu Beginn einen ersten, fast scheuen Einblick in das prall gefüllte Schatzkästchen von Olaf Sickmanns "New Celtic Music" für Akustik-Gitarre und der Flötenrarität Tin Whistle.

veröffentlicht am 24.04.2007 um 00:00 Uhr

Olaf Sickmann zog die Zuhörer in der Rehrener Kapelle mit seiner

Apropos Neuseeland: Dort wollte der 36-jährige Künstler ursprünglich ein schöpferisches Jahr verbringen. Nach zwei Monaten zog es ihn mit vielen heiteren und melancholischen Rhythmen im Kopf allerdings wieder heim. Gewiss nicht zuletzt, um seine ideenreiche Geistes-Melange aus weitgestreckten, sich nach keltischer Art immer wiederholenden Melodienbögen auf der 2006 entstandenen CD "Reise nach Neuseeland" festzuhalten. In Rehren griff der gewinnend natürliche, redegewandte Solist aber live in die Saiten und bewies den mit Applaus nicht geizenden Zuhörern, wie geschickt er alltägliche Situationen und Gefühle klanglich auszudrücken vermochte. Darüber hinaus tat Sickmann zu jedem Stück auf angenehm-informative Art persönliche Betrachtungen kund. Um es gleich vorweg zu sagen: Unterhaltungswert ließ sich den außer "Flowers of Brooklyn" in der Heimat und im fernen Neuseeland selbstgeschaffenen Werken zwei Stunden lang nicht absprechen. Die intimen musikalischen Impressionen umfassten den ersten Schnee, die Segelstadt Kiel, den Vollmond, das Pflastern, ein Interview, drei Variationen von "On the beach", schöne Gedanken, den Magnolienbaum vor dem Haus, die Stimmungen nach der Arbeit oder einem langen Regenguss, den Tagtraum, einen mittelalterlichen Tanz und mehr. Zudem empfahl sich der Preisträger des internationalen Gitarrenwettbewerbs "Open Strings" in Osnabrück als exzellenter Tin Whistle-Spieler, von denen es höchstens drei Profis in Deutschland gibt. Mit diesem quirlig-flinke Töne erzeugenden Instrument konnte Olaf Sickmann seinem Fabel für Geschwindigkeit und Charisma frönen. Quick und übermütig, forsch und fordernd entlockte er - mit Anleihen an Bach - unter anderem "Brandenburg"und einer rasanten Motarradtour unter dem Titel "Tägliche Freuden" auf federnd-elegante Art Witzig-Virtuoses. Dem Publikum gefiel der bunte Reigen. Als Dankeschön für den langen Beifall spendierte der fleißige Gast zum Schluss sogar noch drei Zugaben.



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