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Warum ein Testament so wichtig ist

Shakespeares Vermächtnis

Von Carola Redeker,

veröffentlicht am 16.04.2010 um 11:32 Uhr

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Rechtsanwältin Kanzlei am Ohrberg

Das zweitbeste Bett im Haus und ein kleines Legat vermachte einer der berühmtesten Schriftsteller aller Zeiten, William Shakespeare, in seinem Testament seiner acht Jahre älteren Ehefrau, die er mit 18 Jahren geheiratet hatte.

Shakespeare starb mit nur 52 Jahren als steinreicher Mann. Sein Tod im April 1616 ist fast genau 400 Jahre her – und seit fast 400 Jahren grübeln Wissenschaftler in aller Welt nicht nur darüber, wie es wohl um seine Ehe bestellt war, sondern auch darüber, ob der Verfasser des so schlicht-schlecht formulierten Testaments tatsächlich zugleich Autor von Weltliteratur gewesen sein kann. Ganz wird das Geheimnis um Testament und Autor wohl nie geklärt werden.

Erben nicht im Ungewissen lassen

Glücklicherweise haben wir es heute leichter, unser Testament zu verfassen, ohne unsere Nachkommen beziehungsweise Erben derart im Ungewissen zu lassen. Jeder von uns weiß längst, dass ein Testament wie kein anderes Dokument dazu beitragen kann, Ehepartner und Kinder finanziell abzusichern, den Familienfrieden zu bewahren und, nicht zuletzt, uns in guter Erinnerung zu behalten. Was wollen wir mehr? – Tatsächlich hinterlassen nur etwa 18 Prozent der Erblasser ein Testa-ment. Das bedeutet für die Familie: Erben nur nach den gesetzlichen Erbquoten, das Fehlen finanzieller Absicherung von Ehe- oder Lebenspartner im Alter und die Gefahr unwillkommener Pflichtteilsforderungen.

Zudem haben aktuelle Untersuchungen ergeben, dass fast jedes dritte Testament fehlerhaft ist. Das gilt besonders für privatschriftliche Testamente, ebenso jedoch für Übergabeverträge, falls diese ohne umfassende Rückübertragungsklauseln für die Übergeber und ohne im Grundbuch einzutragende Nießbrauchs- oder Wohnungsrechte (statt nur „Wohnrechte“) vereinbart wurden.

Oder wissen Sie, was ein Pflichtteil ist…?

Oder hätten Sie gewusst, wie Sie den „großen“ und „kleinen“ Pflichtteil, Zusatzpflichtteil, Pflichtteilsergänzung Vor-, Voraus- und Nachvermächtnisse, Auseinandersetzungs-, Abschichtungs-, Ausgleichungs- und Anrechnungsansprüche zu prüfen haben, wann ein (super-)befreiter Vorerbe, wann ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden sollte; wie behinderte oder überschuldete Erben abgesichert werden können...?

Das Ergebnis eines fehlenden oder schlecht formulierten Testaments ist stets dasselbe: eine zerstrittene Familie, langjährige und teure Gerichtsverfahren, Enttäuschung über den Erblasser. – Ein gutes Testament erspart dem Erblasser die Sorge darüber; den Erben erspart es Ärger, Kosten, Steuern und Prozesse.

Übrigens: Mit einem zweitbesten Bett muss sich heute niemand mehr zufrieden geben…



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