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Vor Gericht: Verteidiger plädiert auf Freispruch - Staatsanwalt fordert dagegen 39 Monate Haft

Sexprozess: "Ich habe sie zu nichts gezwungen"

Rinteln/Bückeburg (maf). Die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben den sechsten Verhandlungstag des Vergewaltigungsprozesses gegen einen 22-jährigen Rintelner bestimmt. Der seit April in Untersuchungshaft sitzende junge Mann soll Ende 2005 eine ihm bekannte Schülerin zum Oralsex gezwungen haben (wir berichteten).

veröffentlicht am 05.12.2008 um 00:00 Uhr

In dem Berufungsverfahren vor der Jugendkammer des Bückeburger Landgerichts ging es im Kern um die Frage, ob der Oralverkehr freiwillig oder erzwungen stattgefunden hatte. Denn unstreitig war es an jenem Winterabend auf einem Feldweg nahe des Rintelner Krankenhauses im Auto zu der sexuellen Handlung zwischen dem Angeklagten und dem damals 15-jährigen Mädchen gekommen. Letztlich stand in diesem Prozess, wie so häufig in Sexualstrafverfahren Aussage gegen Aussage. Der 22-Jährige sprach von einvernehmlichem, die als Nebenklägerin auftretende Schülerin von erzwungenem Oralverkehr. Nach einer umfangreichen Beweisaufnahme mit 30 vernommenen Zeugen eröffnete am sechsten Prozesstag Staatsanwalt Dr. Malte Rabe von Kühlewein die Reihe der Plädoyers. In seinem zweistündigen Schlussvortrag kam er zu dem Ergebnis, die Nebenklägerin habe eine zutreffende Aussage gemacht hatte und forderte eine Jugendstrafe von drei Jahren und drei Monaten für den Rintelner. Rechtsanwalt Hans-Dieter Liebelt, der Vertreter der Nebenklägerin hielt das vom Staatsanwalt beantragte Strafmaß für angemessen. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Ralf Jordan, erörterte in seinem Plädoyer zunächst die Bedeutung des Verfahrens für seinen Mandanten. "In der Untersuchungshaft wird er Vater, er kann sein Kind nicht aufwachsen sehen", gab Jordan zu bedenken. Der Rintelner habe gewusst, dass er bei einem Geständnis eine Bewährungsstrafe erhalten würde. Gleichwohl sei der Angeklagte bei seiner Aussage geblieben. Jordan forderte Freispruch für seinen Mandanten. "Ich habe sie nicht vergewaltigt und sie zu nichts gezwungen", beteuerte der Angeklagte in seinem Schlusswort: "Warum soll ich eine Tat zugeben, die gar nicht so abgelaufen ist?" Am heutigen Freitag wird voraussichtlich das Urteil verkündet.



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