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Kreisjägerschaft befürchtet Aussterben / Restlicher Wildtierbestand stabil

Seuche bedroht Wildkaninchen

Landkreis (jp). Größtenteils stabil stellt sich der Wildtierbestand im Landkreis dar. Wie Kreisjägermeister Heinrich Stahlhut-Klipp bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Schaumburg ausführte, blieben die Strecken im abgelaufenen Jagdjahr 2005/2006 weitgehend konstant. Mit Ausnahme der Kaninchen blieb Schaumburgs Wild auch von gravierenden Tierseuchen verschont. Dem gegenüber sterben immer mehr Wildtiere im Straßenverkehr: 18 Prozent Fallwild beklagte Heinrich Stahlhut-Klipp. Bei einigen Arten des Schalenwilds sei ein Drittel der Strecke auf der Straße umgekommen.

veröffentlicht am 27.04.2006 um 00:00 Uhr

Weiterhin hoch ist mit 1066 Tieren (gegenüber 999 im Vorjahr) die Strecke beim Schwarzwild. Der Bestand habe sich jedoch auf hohem Niveau eingependelt. Stahlhut-Klipp erinnerte an die 80er Jahre, als jährlich allenfalls 300 bis 400 Wildschweine im Landkreis Schaumburg zur Strecke kamen. Noch höher fiel mit 1172 Tieren (gegenüber 929 im Vorjahr) die Strecke bei den Füchsen aus. Ihnen fehlt ohne die Tollwut ein natürlicher Feind, was unter anderem die Verbreitung des für den Menschen hochgradig gefährlichen Fuchsbandwurms begünstigt. Als neue Wildart sind die Nilgänse im Landkreis Schaumburg heimisch geworden. Die zu den Halbgänsen zählende Geflügelart, ursprünglich in Afrika beheimatet, wurde bis zum 19. Jahrhundert in Nordeuropa nur als Ziergeflügel in Gefangenschaft gehalten. Seit dem frühen 20. Jahrhundert erfolgte eine rasante Ausbreitung einer aus den Niederlanden stammenden und vermutlich dort ausgesetzten Population. Stahlhut-Klipp rechnet damit, dass diese Tierart in naher Zukunft in Schaumburg zur Jagd freigegeben wird. Wenig Probleme sieht der Kreisjägermeister bei den Hasen. Ihr Bestand sei zwar gering, aber stabil, und von einer generellen Bedrohung, wie vielfach in den Medien zu lesen, könne keine Rede sein. Ganz anders dagegen die Situation bei den Wildkaninchen: Auf Grund der katastrophalen Ausbreitung der so genannten Chinaseuche, einer Viruserkrankung, seien sie in den meisten Schaumburger Revieren ausgerottet. Die unter anderem von Stechinsektenübertragbare Infektion sei so aggressiv, dass sich die Bestände anders als bei der Myxomatose nicht mehr erholt hätten. Stahlhut-Klipp: "Die Wildkaninchen sind in Schaumburg vom Aussterben bedroht. Wir haben nur noch ganz kleine Restbestände in einigen städtischen Gebieten, auf Friedhöfen undin Parks."

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