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Feuerwehrmann vom Amtsgericht freigesprochen: Keine Beweise

Serienbrandstiftung wird jetzt vor dem Landgericht verhandelt

Rinteln (wm). Von Dezember 2005 bis April 2006 hielt eine Brandserie im Rintelner Stadtgebiet Feuerwehr und Polizei in Atem. Am 8. April 2006 nahm die Polizei einen 25-jährigen Feuerwehrmann als Tatverdächtigen fest. In einer Vernehmung, in der die Beamten dem jungen Mann die gesamte Brandserie vorhielten, hatte er ein Teilgeständnis abgelegt.

veröffentlicht am 02.11.2007 um 00:00 Uhr

Ein Geständnis, das er bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht im Juli dieses Jahres widerrief. Er habe mit der ganzen Sache nichts zu tun und das Geständnis nur abgelegt, um wieder auf freien Fuß zu kommen. Richter Christian Rost entschied am Ende: Im Zweifel für den Angeklagten, Zeugen, die ihn bei Brandstiftungen beobachtet hätten, gebe es nicht. Verurteilt wurde der inzwischen 26-Jährige trotzdem und zwar zu einer Geldstrafe von 600 Euro für das unerlaubte Abhören von Polizei- und Feuerwehrfunk mit einem Funkscanner. Ein Fall, der am 20. November in zweiter Instanz vor der kleinen Strafkammer des Landgerichts Bückeburg neu aufgerollt wird. Zu der Verhandlung ab 10 Uhr sind acht Zeugen geladen. Bei der bisher unaufgeklärten Brandserie, mit der der 26-Jährige nichts zu tun haben will, gingen 15 Mülltonnen in Flammen auf, alles Bagatellschäden, bis auf zerplatzte Fensterscheiben am Dingelstedtwall. Dann passierte, was nach Ansicht der Polizei der Brandstifter so möglicherweise gar nicht beabsichtigt hatte: Am3. April 2006 griff das in einer Papiertonne gelegte Feuer auf einen Carport und das dort geparkte Auto über. Hitze, Ruß und Rauch verursachten außerdem in der benachbarten Zahnarztpraxis in der Bahnhofstraße einen Schaden in sechsstelliger Höhe. Die Praxis musste für längere Zeit geschlossen werden. Was den Brandstifter - so es sich denn um dieselbe Person handelt - nicht am Zündeln hinderte. Am 8. April legte er an zwei Papiertonnen in der Friedrich-Wilhelm-Ande-Straße Feuer. Ein Wachmann entdeckte morgens um drei Uhr die brennenden Tonnen, zog weitere weg und informierte die Polizei. Dabei sah er einen Radfahrer, der plötzlich in der Dunkelheit ohne Licht auftauchte. Zwei Stunden später fuhren Polizeibeamte zur Unterkunft des Feuerwehrmannes, stellen einen Funkscanner sicher und nahmen den jungen Mann mit zur Wache. Angeklagt wurde er vor dem Amtsgericht für zweifache Sachbeschädigung - und von diesem Vorwurf freigesprochen.

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