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17°
August zu warm, extrem feucht und normal sonnig / Sommer feuchtwarm und recht sonnig

September bleibt weiter auf Herbstkurs

Landkreis. Der September bleibt weiterhin auf Herbstkurs. Atlantische Tiefdruckgebiete setzen uns mit Regen, viel Wind und wenig Sonne noch mindestens bis zum Wochenende zu. Ob sich in der neuen Woche dann eine spätsommerliche Hochdrucklage einstellt, hängt nicht zuletzt von der Fernwirkung der zurzeit im Südwestatlantik wütenden Wirbelstürme ab. Bis dahin müssen wir uns mit rund 21 Grad am Tag und zwölf bis 15 Grad in der Nacht bescheiden. Am Wochenende könnten es auch mal 23 Grad sei n.

veröffentlicht am 04.09.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Der Rückblick: Hinsichtlich der Wärme schnitt der August gar nicht schlecht ab. Durchschnittlich 17,1 Grad lagen für das Schaumburger Land um ein Grad über normal. Trotzdem fiel die Anzahl der Sommertage mit fünf mit dem üblichen einen heißen Tag (über 25, beziehungsweise 30 Grad und mehr) rechtmager aus. Die Höchsttemperatur wurde am 7. August mit 32 Grad gemessen (Bückeburg), das Monatsminimum am 17. August (acht Grad). Die Sonne erreichte glatte 100 Prozent (Bückeburg 179 Stunden). Ganz anders beim Regen. Bückeburg meldete extreme 105 Liter oder 175 Prozent des Solls. Unwetter gab es auch. So am frühen Morgen des 4. August, als eine Gewitterfront am Stadtrand von Rinteln sogar einen kleinen Tornado erzeugte. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt und ein Umspannwerk lahmgelegt. Die Wetterstation Bückeburg-Achum meldete zur fraglichen Zeit keine auffälligen Windböen, dafür eine Regenmenge von 33 Liter pro Quadratmeter. Der meteorologische Sommer warüber weite Strecken typisch norddeutsch. Das galt für den warmen Juniauftakt ebenso, wie für die anschließende sehr ausgeprägte Schafskälte. Und nach dem durchwachsenen Siebenschläferzeitraum war die zweiwöchige Schwächeperiode um die Julimitte auch nichts Ungewöhnliches. Ins übliche Bild des Sommers passte dann auch die etwa zehntägige Hochsommerphase, die durch ein stabiles Skandinavienhoch zu Beginn der Hundstage (23. Juli) eingeleitet wurde. Nur der August tanzte, wie so oft in den letzten Jahren, aus der Reihe. Nach den standesgemäßen heißen Tagen der ersten Woche, sorgte ungewöhnlich langer Tiefdruckeinfluss für Frust und zeitweise herbstliche Stimmung fast bis zum Monatsende. Vor allem der Klimaerwärmung ist es zu verdanken, dass der Sommer im Schaumburger Land mit 18,2 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittel (1961-1990) um 1,5 Grad zu warm ausfiel. Dazu passend: die hohe Anzahl der Sommer- und vor allem der heißen Tage. Bückeburg verzeichnete 23 Sommertage, darunter acht heiße Tage (normal 22/5). Eindeutig wärmster Tag war der 29. Juli mit 34,2 Grad (Bückeburg). Die kälteste Sommernacht fiel auf den 17. Juni (6,4 Grad). Mit knapp 300 Liter Niederschlag (plus 56 Prozent) muss man den Sommer im Schaumburger Land als verregnet bezeichnen. Vom Sonnenschein konnte das nur zum Teil ausgeglichen werden. Derübertraf aber mit 637 Stunden die Erwartungen um 18 Prozent. Im September, dem gewöhnlich recht zuverlässigen Schönwetter- und Reisemonat, sind Sommer und Herbst vereint. Hochdruckgebiete können jetzt für längere Zeit über Mitteleuropa halt machen und viel Sonne und sommerliche Wärme, gegen Monatsende aber auch schon sehr kühle Nächte bringen. An durchschnittlich zwei Tagen steigt das Quecksilber über 25 Grad und bis Monatsmitte sind sogar 30 Grad in Reichweite. So ist die Wetterweisheit, "erst im September ist der Herzschlag des Sommers zu spüren", in manchen Jahren durchaus berechtigt.

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