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Kein Kirmesrummel und ein großes Sicherheitsaufgebot / Bühnenshow begeistert

Selbst Polizei erfreut: Friedlichstes Doktorsee-Sommerfest seit Jahren

Rinteln (wm). Das gab es seit Jahren nicht mehr beim Doktorsee-Sommerfest "Doktorsee in Flammen": Rappelvolles Festzelt, Gedränge vor Bühnen und Bierständen, lange Schlangen an den Kassen - und trotzdem kein Stress. "Es waren alles nette Leute", stellten Matthias Ebert und Dagmar Deppe gestern sichtlich erleichtert fest: "Ein friedliches, super klasse Fest."

veröffentlicht am 24.07.2006 um 00:00 Uhr

Doktorsee-Geschäftsführer Uwe Deppe führt das vor allem auf zwei Faktoren zurück: Konzept des Festes war ein Unterhaltungsprogramm mit zwei Stars, der "Hermes House Band" und "Right Said Fred", dazu eine bunte Mischung mit Hypnose-Show, Artistik und Feuerspucker - dafür keine Kirmes, kein Rummel. Zu einem friedlichen Festverlauf habe sicher auch die Erhöhung des Eintrittspreises auf 12 Euro beigetragen, "das hat viele Chaoten abgehalten". Camperin Birgit Golze bestätigte: "Wir hatten ein völlig anderes Publikum, viele junge Leute, aber alle gut drauf - und die Typen mit den Bierkartons unterm Arm hat niemand wirklich vermisst." Wesentlicher Baustein in dem Konzept waren auch die peniblen Kontrollen durch den Sicherheitsdienst Sinen (SDS), der im Verdachtsfall schon mal Taschen ausräumen ließ. "Verletzte" gab es trotzdem: Wespen aus einem Erdnest schwärmten ausgerechnet vor einem Bierzelt aus - das DRK versorgte die Gestochenen. Während die Techniker der Popgruppen bereits erste Soundchecks machten, legte Hypnotiseur Pietro Mercuri Doktorseegäste gleich reihenweise auf den Rasen und ließ sie - zur Erheiterung der Zuschauer - in Zitronen beißen. Feuerspucker Norbert Eder musste das Finale seiner Show ausfallen lassen - durch die Sturmböen eines aufziehenden, kurzen Gewitters war nicht mehr zu kalkulieren, wohin seine Feuerlohen schießen würden. Die "Hermes House Band", Jop, Sally und Robin, liefen am Doktorsee praktisch inkognito auf. Bereits Stunden vor dem Auftritt sonnte sich das Trio am Strand und schwamm im See. Matthias Ebert: "Und weil sie auch unsere Mitarbeiter nicht sofort erkannt haben, sind sie sogar beim Soundcheck von der Bühne verwiesen worden. Aber die waren absolut cool drauf und haben nur gelacht." Für das Trio war der Doktorsee nur eine Station am Wochenende, zwischen einer Trucker-Veranstaltung auf dem Nürburgring und einem Auftritt am Norisring bei Nürnberg. Nicht anders bei "Right Said Fred", die kurz nach Mitternacht von Duisburg "eingeflogen" kamen, ihre Show hinlegten - die war allerdings super - und nach dem letzten Gitarrenriff eilig von der Bühne hasteten - Autogramm gab's nicht, der nächste Auftritt wartete. Uwe Deppe hatte bewusst auf Absperrgitter vor der Bühne verzichtet - zu riskant. Dafür bildeten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes eine "lebende Schutzmauer", bereit, bei Massengedränge sofort einzugreifen. Ob er auch künftig beim Sommerfest auf eine Kirmes verzichten wolle, ließ Uwe Deppe gestern offen. Zumindest die Rintelner würden einen Rummel wohl kaum vermissen, "die haben ja zwei Mal im Jahr Messe", aber: "Wir werden jetzt erst einmal die Besucherzahlen und den Festverlauf auswerten."

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