weather-image
14°
Unternehmen kündigt Probesprengungen in der Grube Bergmannsglück an / Offenheit zugesagt

"Sehr seriös und gut versichert"

Kleinenbremen (ly). Irgendwann Ende Oktober oder Anfang November, wahrscheinlich an einem Dienstag, könnte es in Kleinenbremen eine Erschütterung geben und eine Schallwelle dazu, vielleicht auch mehrere. Könnte.

veröffentlicht am 08.09.2007 um 00:00 Uhr

In der Grube Bergmannsglück im früheren Steinbruch Schiewe hält

Manche Menschen nehmen so etwas deutlich wahr, andereüberhaupt nicht. Fest steht, dass die Firma DYNAenergetics, Pächterin in spe der Barbara Erzbergbau GmbH, demnächst die angekündigten unterirdischen Probesprengungen in der Kleinenbremer Grube Bergmannsglück durchführt, gelegen im früheren Steinbruch Schiewe. Danach weiß man mehr. Während einer Bürgerversammlung hat das Unternehmen und namentlich dessen Geschäftsführer Rolf Rospek am Donnerstagabend Offenheit zugesichert. So soll der Sprengtermin rechtzeitig angekündigt werden. In einer weiteren Versammlung danach wollen Rospek und seine Kollegen die Ergebnisse der Messungen bekannt geben. Eingefordert hatte dies zuvor Bürgermeister Stephan Böhme. Es gebe sehr große Besorgnisse, die "ein Stück weit historisch bedingt" seien, sagte er. "Was hilft, ist Offenheit." Die Genehmigungsbehörde, so Böhme weiter, höre auch den Portaner Stadtrat. "Und der wird sich daran orientieren, wie das hier läuft mit dem Probebetrieb." Friedrich Vogt, Vorsitzender des Bezirksausschusses, will einen "Runden Tisch", an dem Politiker, Verwaltungsbeamte, betroffene Bürger sowie die Unternehmen Barbara und DYNAenergetics sitzen. "Die Runde soll das Genehmigungsverfahren und die Versuchssprengungen begleiten", schlug Vogt vor. Gleichzeitig warnte er vor "jahrelangen, aufwändigen Rechtsstreitigkeiten". Mit einem "Runden Tisch" hätte Rospek "kein Problem". Wie berichtet, will DYNAenergetics in der Grube Bergmannsglück einen Zweitbetrieb für Sprengplattierungen einrichten. Unter großem Druck werden dabei unterschiedliche Metalle durch Sprengstoff verbunden. Einen ähnlichen Ableger hat das Unternehmen bereits im hessischen Dillenburg-Oberscheld. Dort sind die Grenzen der Kapazität jedoch erreicht. Sobald der Kleinenbremer Betrieb läuft, ist nach Firmenangaben mit etwa fünf Sprengungen täglich zu rechnen. Gezündet werde bis zu einer Tonne Sprengstoff. Maximal 300 Kilogramm sollen es bei den Probesprengungen sein. Als Faustregel gilt: "Bei achtfacher Sprengstoffmenge doppelter Effekt", wie Dr. Malte Veehmayer erklärte, Leiter Forschung und Entwicklung. Den Kleinenbremer Stollen hat die Firma ausgesucht, "weil er groß ist und ein Großteil der Belastung in dieser Größe verschwindet", so Rospek. Die Sprengkammer wäre 100 Meter lang, zehn tief und 30 hoch. Durch ein Drucktor und ein Sandbett sollen "Auswirkungen auf die Nachbarschaft so gering wie möglich gehalten werden", hieß es. Die Worte hören viele Kleinenbremer wohl, allein ihnen fehlt der Glaube. Michael Gronau vom Everdingsbrink etwa, der bereits gegen die Sprengungen der Barbara auf einer Liste mit 31 Autogrammen unterzeichnet hat (wir berichteten), kündigt "erhebliche Widerstände" an. Gronau hegt "mächtige Zweifel", die Barbara habe "nie mit offenen Karten" gespielt. Am 250 Meter entfernten Everdingsbrink soll auf jeden Fall gemessen werden, vor allem Schall und Erschütterungen. Auch eine Adresse an der Rintelner Straße hat Rospek notiert. Der Mittelständler DYNAenergetics (170 Mitarbeiter) macht nach eigenen Angaben die Hälfte seines Umsatzes von rund 50 Millionen Euro mit Sprengplattierungen, einem von zwei Geschäftsbereichen. In Porta, so Rospek ("Wir sind sehr seriös und gut versichert"), sollen 30 bis 60 Leute eingestellt werden, gelernte wie ungelernte. Außer dem Betrieb in der Grube müsste eine Halle mit Bürogebäuden errichtet werden. Aus Sicht der Stadt Porta bietet sich das Gewerbegebiet Nammen an.

0000460553-12.jpg


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare