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GfW präsentiert Vortrag von Wilhelm Placke

Sehr privater Einblick in die Republik Jemen

Minden (bus). Einen sehr privaten Einblick in die Republik Jemen hat die jüngste Veranstaltung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) geboten. Als Referent hatte die GfW Wilhelm Placke gewonnen. Der Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Hammer Forum" berichtete im "Hotel Bad Minden" in Wort und Filmaufnahmen über vier Besuche des im Südwesten der arabischen Halbinsel auf Grundlage des islamischen Rechts (Scharia) verfassten Landes.

veröffentlicht am 21.02.2008 um 00:00 Uhr

Wilhelm Placke hat die Republik Jemen viermal bereist. Foto: bus

Während einer einführenden geopolitischen Betrachtung stellte GfW-Vorstand Ulrich Wilke fest, dass der zu den sieben ärmsten Staaten der Welt gerechnete Jemen gegenwärtig "nicht zuletzt unter zu vielen Hilfsorganisationen" leide. Soll heißen: Falls alle Organisationen "an einem Strang" zögen, könne womöglich mehr für die Bevölkerung erreicht werden. Diese Bewertung vermochte der Referent nicht vollends zu entkräften. Wonach dem Vortragenden allerdings auch nicht der Sinn stand. Placke erhellte das Thema des Abends - "Der Jemen zwischen Mittelalter und Moderne" - überwiegend aus derSicht des privat engagierten Helfers. Zwischen Mittelalter (800 Jahre alte Häuser) und Moderne (Handys, Plastikmüll) bildeten schwer bewaffnete Männer eine zeithistorische Klammer. Placke: "Das öffentliche Tragen von Waffen ist hier nach wie vor eine Selbstverständlichkeit." Wobei mit "Waffen" keineswegs der zur "normalen Kleidung" zählende Krummdolch, sondern wuchtiges Kaliber bis hin zum Schnellfeuergewehr gemeint sei. Der größte Teil der per Filmaufnahmen vom "Arabia Felix" (Glückliches Arabien) der Antike vermittelten Eindrücke war folkloristischen und persönlichen Charakters. Vor dem Hintergrund von Projekten des "Hammer Forums" schilderte der unterhaltsam agierende Berichterstatter - "das ist die Frau vom deutschen Botschafter, die uns gezeigt hat, wo man gut einkaufen kann" - wiederholt Details, die, unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten betrachtet, in der VHS-Reiseabteilung der besser aufgehoben gewesen wären.



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