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Malen aus Leidenschaft: Ines Manes stellt in der Sparkasse aus / "Der einfache Weg ist zu konservativ"

Sehnsuchtsblicke auf den dunklen Kontinent

Obernkirchen (rnk). Der deutsche Sehnsuchtsblick auf den dunklen Kontinent manifestiert sich seit einigen Jahren in einem einzigen Bild: der stolze, schwarze Massai, der mit dem Speer in der Hand hoffnungsfroh seinen Blicküber den endlosen Horizont schweifen lässt. Auch Ines Manes, die seit vorgestern bis zum Ende des Jahres in der Sparkasse am Markt ausstellt, ist vor diesen Bildern nicht gefeit. Allerdings hat die Liekweger Malerin eine gute Entschuldigung: Sie war noch nie in Afrika, ihre Vorstellungen speisen sich aus Fotos, die sie dann zur Malerei inspirieren, wie sie offen zugibt. Und da darf man dann auch gern mal auf die bekannten Bilder zurückgreifen.

veröffentlicht am 18.09.2008 um 00:00 Uhr

Ines Manes

Sie ist Autodidaktin, die sich ihre Techniken im Laufe eines Lebens selbst beigebracht hat. Und diese Lebens-Zeitspanne, die darf man wörtlich nehmen. Schon als Kind hat sie alles angemalt, was nicht bei drei auf den Bäumen war: Steine, Töpfe, Wände, Holzhütten - und hat dann kleinere Werke für fünf Pfennig an zufällig vorbeikommende Spaziergänger verkauft. "Passione" heißt ihre Ausstellung, weil die Malerei genau das ist: ihre Leidenschaft. Sie geht mit offenen Augen durch die Welt, wie sie sagt. Das sieht man den Bildern durchaus an: Sand, Steine, Muscheln, Papier - hier wird mit allem gearbeitet, was sich kreativ-experimentell in alte und neue Zusammenhänge stellen lässt. Ausdrucksstark sind ihre Aquarelle, ob sie nun Landschaften zeigen, Muscheln oder eher abstrakter Natur sind, in der sich die Farbtöne einem durchaus spannenden Dialog aussetzen. Ihre Welt sind nicht die bekannten Komplementärfarben, sie sucht nach neuen Farben - und findet sie auch, wie auf vielen der insgesamt 24 Bildern der Sparkassen-Ausstellung deutlich zu sehen ist. Der einfache Weg, sagt sie, der ist ihr in der Malerei zu einfach, vieles ist zu konservativ. Und: Auf einen Stil möchte sie sich nicht festlegen lassen. Das sagt zwar jeder Maler immer wieder, aber bei Ines Manes ist es deutlich zu sehen: Wie eine Suchende tastet sie sich an ihre Motive, findet den richtigen Ausdruck, die richtige Körperhaltung, wie auf den vier Aktbildern nachzuvollziehen ist. Dafür hat sie dann doch einen Kurs besucht, die lebenslange Autodidaktin: in Empelde, auf der Malschule Omuni.

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