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Sopranistin Sarah Davidovic zelebriert in der Petzer Kirche Georg Friedrich Händels "Neun deutsche Arien"

Sehnsucht, Unruhe und Freude werden erlebbar

Petzen. Mal schwärmerisch und geradezu übermütig vor Gotttespreisung, dann wieder sehr empfindsam und in sich gekehrt - so präsentierte sich die in Detmold studierende heimische Nachwuchssängerin Sarah Davidovic in der St. Cosmas und St. Damian Kirche. Bei der Darbietung von Georg Friedrich Händels "Neun deutschen Arien" demonstrierte die aus Röcke stammende Sopranistin den zahlreich erschienenen Zuhörern die ganze Gefühlspalette ihrer Ausdrucksmöglichkeiten.

veröffentlicht am 06.03.2008 um 00:00 Uhr

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Die "Neun Deutschen Arien" sind ungewöhnliche Kost des Barock-Komponisten aus den Jahren 1724 bis 1727. Neun wie schlichte Lieder anmutende Arien in Da- Capo-Form für Solostimme, ein begleitendes Melodie-Instrument und Basso continuo lösen sich ohne Beziehung zueinander ab. Vom Hamburger Dichter Barthold Heinrich Brockesübernahm Händel die in deutscher Sprache verfassten, meist schwelgerischen Texte. Doch um dieses erlesene Bukett zelebrieren zu können, bedarf es einer Menge Vorarbeit und Kraft. Nach kurzer Einsingphase fand die charmante Solistin jedoch mit schlankem, weit hinaufreichenden Organ und manchmal beinahe graziler Stimmführung schnell zu differenzierten und ausgeglichenen Interpretationen, bei denen sie sich auf die geschmeidige Unterstützung von Violinistin Asli Dogan und Flötistin Wiebke Müller verlassen durfte. Beide betteten die Arien alternierend in klangvolle Tongirladen ein und blieben weder dem kantablen Gestus noch der Virtuosität etwas schuldig. Darüber hinaus musizierten Cellistin Dagmar Bathmann und Cembalist Sebastian Pilgrim gewandt im Hintergrund und zeigten sich zudem in Johann Valentin Meders "Chaconne für Violine, Flöte und B. c." sowie Georg Philip Telemanns "Triosonate a-Moll", für Violine, Flöte und B.c., als einfühlsame Mitgestalter. Vor allem die fast hausmusikalische Entspanntheit und die Warmherzigkeit, mit der die Vokalistin und die vier um Originalsound bemühten Instrumental- Spezialisten ans Werk gingen, verliehen dem mit "Süße Stille" übertitelten Abend eine besondere Note. Erfreulich auch, dass es für Sarah Davidovics klar konturierte Stimme und ihr Gefühlsleben kein Problem bildete, sich in Monologe wie "Das zitternde Glänzen", "Meine Seele hört im Sehen", "Flammende Rose, Zierde der Erden", "Süße Stille, sanfte Quelle", "Künftige Zeiten eitler Kummer" oder "Singe, Seele, Gott zu Preise" mit Sehnsucht, Unruhe und Freude einzudenken, zumal Koloraturgeläufigkeit sowie barocke Stileigenheit ihrem Naturell entsprachen. Am Ende des Konzertes gab es herzlichen, langen Beifall, für den sich das Quintett mit einer Wiederholung vom fröhlich-ausladenden "Singe, Seele, Gott zum Preise" revanchierte.



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