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Feierliche Enthüllung: "Künstlerisch außerordentlich gut gelungen"

Segel steht für die Auswanderer

Apelern (ede). Die Apelerner Auswanderer sind nicht vergessen: Seit Sonnabend erinnert ein vom Künstler Karsten Fischer gestaltetes Monument an die Familien aus dem Apelerner Singspiel, die vor rund 160 Jahren auswanderten und jenseits des Atlantiks das "amerikanische Schaumburg" gründeten.

veröffentlicht am 30.09.2008 um 00:00 Uhr

Egon Crombach, Vorsitzender der SDAG, mit Generalkonsulin Karin

In einer Feierstunde, die von den Trachtentänzern, dem Männergesangverein und dem Jugendblasorchester Rinteln umrahmt wurde, bekamen die Bürger die Skulptur, die am vergangenen Mittwoch am Kirchplatz verhüllt aufgestellt worden war, erstmals zu sehen. Unter dem Beifall der Apelerner sowie einer Delegation aus Schaumburg/Illinois wurde der Riesenstein vom Vorsitzenden der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft (SDAG), Egon Crombach, unter Mithilfe von Jean Tucknott, Vorsitzende der Schaumburg Sister Cities Commission und Mary Nagy vom Partnerschaftskomitee Schaumburg/Illinois enthüllt. Crombach sprach von einem großen Moment: "Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass die Menschen in Schaumburg/Illinois die Erinnerungen an die Wurzeln ihrer Stadt in Old Germany wach halten wollen", sagte er. Sehr lange ist es her, aber vergessen sind sie nicht - die 17 Familien, die in den Jahren 1845 bis 1847 nach Amerika auswanderten und dort in Illinois die heutige Stadt Schaumburg gründeten. Nicht der Kampf ums Überleben habe sie angetrieben. Aber "sie versprachen sich die Erfüllung ihrer Wünsche und Sehnsüchte", wie Crombach es ausdrückte. "Die Neue Welt der Vereinigten Staaten von Amerika eröffnete die Möglichkeit, unabhängig zu leben und sein Leben nach den eigenenVorstellungen einzurichten", erläuterte er. "Und auch wenn der Anfang als Neuankömmling sicher sehr schwer war. Dies nahm man aber um der Freiheit willen in Kauf", so Crombach. Zur künstlerischen Umsetzung der Geschichte dieser Auswanderer schuf der Auetaler Karsten Fischer nun eine 2,70 Meter große Skulptur, die deren Mut und Hoffnung symbolisieren soll. "Sie ist künstlerisch wie gestalterisch außerordentlich gut gelungen." Bürgermeister Heinrich Oppenhausen sprach von einem "einmaligen Ereignis" und davon, dass es keinen besseren Platz gebe als den Kirchplatz. Auch von Übersee gab es Komplimente. "Es ist eine großartige Idee, mit dieser Skulptur an die Auswanderer zu erinnern", sagte Karin E. Johnson, seit 2007 Generalkonsulin der USA in Hamburg ist und eigens nach Apelern gekommen war. Für sie sei das Ganze etwas wirklich Besonderes. Denn: "Ich bin eine der 42 Millionen Amerikaner mit deutscher Abstammung", erklärte die Texanerin.

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