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Abschied naht für Norbert Mauerhof / Dankvesper in St.-Josef-Kirche / Zukunft des Pfarrhauses offen

Seelzer Gemeinde besucht ihren neuen Pfarrer

Obernkirchen (sig). Das wird es bisher noch nicht gegeben haben: Ein Seelsorger zieht um, und Angehörige seiner neuen Gemeinde chartern einen Schienenbus, um ihn zu besuchen. Auch wollen sie die Stadt kennenlernen, in der der Pfarrer ein Jahrzehnt lang gewirkt hat.

veröffentlicht am 20.09.2008 um 00:00 Uhr

Es geht ans Einpacken: Pfarrer Norbert Mauerhof ließ sich stapel

Genau das geschieht in Kürze in Obernkirchen - in jenem Ort, den Pfarrer Norbert Mauerhof auf bischöfliche Anordnung hin verlassen muss, um eine neue Aufgabe in Seelze anzutreten. Organisiert wird der Besuch der Seelzer von den beiden katholischen Kolpingfamilien in Seelze und Obernkirchen. Am kommenden Sonnabend, 27. September, macht das Schienengefährt vormittags auf dem sonst verwaisten Bahnhof der Bergstadt Halt. Zwei Stadtführerinnen werden den rund 70 Gästen die Sehenswürdigkeiten Obernkirchens zeigen. Danach wird gemeinsam ein Mittagessen im Pfarrheim eingenommen. Anschließend haben die Seelzer Freizeit und können das Drachenbootrennen im Sonnenbrinkbad miterleben oder einen ausgedehnten Spaziergang zur Lieth hinauf machen. Gegen 15.30 Uhr ist noch ein Kaffeetrinken angesagt. Punkt 17 Uhr startet der Schienenbus zur Rückfahrt. Pfarrer Norbert Mauerhof kann noch nicht einsteigen, denn er wird erst einen Tag danach offiziell verabschiedet. Die bisherigen Pfarrgemeinden St. Josef (Obernkirchen), Heilig Kreuz (Nienstädt) und St. Katharina (Auetal) laden zum Sonntag, 28. September, um 16 Uhr zu einer feierlichen Dankvesper in die Kirche St. Josef ein. Daran schließt sich ein Empfang im Pfarrheim an. In den verbleibenden Tagen herrscht bereits Abschiedsstimmung im Pfarrhaus. Der scheidende Seelsorger ist mit Aufräumen und Packen beschäftigt. "Das ist eine gute Chance, sich von einigem Überflüssigen zu trennen", sagt Mauerhof. Wesentlich schmerzhafter ist allerdings die Tatsache, dass er sein Aquarium abgeben muss, in dem einige prächtige Zierfische ihre Bahnen ziehen. Einen Abnehmer dafür hat er aber gefunden. Seine letzte Tat für die Obernkirchener Gemeinde war die Feier zum hundertjährigen Bestehen des Gotteshauses St. Josef, die eine Woche andauerte und deren Höhepunkt eine Heilige Messe mit dem Hildesheimer Bischof Trelle war. Da konnten die katholischen Gläubigen der Bergstadt noch einmal zeigen, was für eine lebendige Gemeinschaft sie sind. "Wir lebten und wirkten hier in einerüberschaubaren familiären Gemeinschaft", denkt Mauerhof an seine Obernkirchener Gemeinde zurück. "Als ich hierher versetzt wurde, wusste ich erst gar nicht, wo dieser Ort liegt. Heute habe ich ihn schätzen und lieben gelernt." Als sehr positiv beschrieb der Theologe dieökumenische Zusammenarbeit und das Miteinander mit allen Kulturträgern der Bergstadt, wie das "Kulturfenster", den "Treff im Stift", das Bildhauer-Symposion und auch die Infogalerie. Die Zeit, die er in der Obernkirchen verbracht hat, habe Norbert Mauerhof nicht bereut: Die Landschaft sei reizvoll, und darüber hinaus sei im ganzen Schaumburger Land auch immer etwas los. Aber natürlich haben ebenso neue Aufgaben ihre Reize, die ihn jetzt in seiner größeren Seelzer Gemeinde erwarten. Auch dort gibt es eine gute Kinder- und Jugendarbeit sowie eine aktive Kolpingfamilie. Die von ihm betreuten Gläubigen im Schaumburger Land wünschen ihm alles Gute für seinen zukünftigenLebensweg. Auch ihnen fällt der Abschied nicht leicht, zumal Obernkirchen künftig kein eigener Pfarrbezirk mehr ist. Er wurde inzwischen Bückeburg zugeordnet.

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