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Am kommenden Sonntag sind 260 000 Bewohner des Nachbarkreises zum Gang an die Wahlurne aufgefordert

Sechskampf um Amt des Landrats in Minden-Lübbecke

Minden. Knapp zwei Wochen nach der Verabschiedung von Wilhelm Krömer (CDU), der an seinem 68. Geburtstag in den Ruhestand gegangen ist, wählen die Minden-Lübbecker einen neuen hauptamtlichen Landrat. Mehr als 260 000 Wahlberechtigte sind am kommenden Sonntag, 13. Mai, dazu aufgerufen.

veröffentlicht am 11.05.2007 um 00:00 Uhr

Hartmut Heinen

Autor:

Stefan Lyrath

Realistische Chancen haben wohl nur zwei der sechs Kandidaten: Hartmut Heinen (CDU) und Dr. Ralf Niermann (SPD) dürften die Sache unter sich ausmachen, alles andere wäre eine Sensation. Sollte im ersten Anlauf kein Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen, kommt es zwei Wochen später zur Stichwahl. Der Neue hätte viel Zeit zum Gestalten, weil seine Dienstzeit erst 2014 endet. Schweren Herzens hatte "Mister Mühlenkreis" Wilhelm Krömer, bis dahin Landrat mit Leib und Seele, sein Amt mitten in der Stimmperiode aus Altersgründen abgeben müssen. Hartmut Heinen (39), der als politischer Ziehsohn Krömers gilt, arbeitet bereits im Mindener Kreishaus, nämlich als Chef des Referates für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Unterstützt wird Heinen von FDP und Freier Wählergemeinschaft (FWG). Ralf Niermann (43), Sohn des früheren Mindener Stadtdirektors Dr. Erwin Niermann ("Saniermann"), hatte sich in einer monatelangen Kandidatenkür parteiintern gegen drei weitere SPD-Bewerber durchgesetzt. Zurzeit ist er Referatsleiter in der Potsdamer Staatskanzlei. Darüber hinaus melden vier weitere Bewerber Ansprüche an. Zur Wahl stehen Matthias Beier (Unabhängige Kreiswählergemeinschaft), Bernhard Dierdorf (Bündnis 90 / Die Grünen), Inge Höger (Linkspartei) und Ulrich Manes (Republikaner). Der Petershäger Matthias Beier, politisch so gut wie unbekannt,ist Freiberufler, Bernhard Dierdorf (Porta Westfalica) Dezernent im Forstamt Minden. Inge Höger (Herford) sitzt für die Linkspartei im Bundestag, Ulrich Manes (Stemwede) ist Stationsleiter in einer Suchtklinik. Falls SPD-Kandidat Niermann gewinnt, kündigt sich eine weitere Veränderung an der Spitze der Kreisverwaltung an. Als SPD-Frau würde Kreisdirektorin Cornelia Schöder wohl ihr Amt verlieren. Die politische Logik dahinter: Nach einer Niederlage müssten die Verlierer versuchen, einen Spitzenbeamten aus den Reihen von CDU, FWG oder FDPin der Führungsetage zu platzieren, um dort Einfluss zu behalten. Als aussichtsreicher Kandidat gilt Kai Abruszat (FDP), bislang Erster Beigeordneter in der Stadtverwaltung Porta Westfalica. Noch am Wahlabend wird das Ergebnis im Internet veröffentlicht: www.mindenluebbecke.de

Ralf Niermann
  • Ralf Niermann


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