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Eltern schreiben Beschwerdebrief / Kindergartenleiterin am Telefon: Unfall außerhalb der Betreuungszeit

Sechsjährige stürzt vom Klettergerüst - Rippen geprellt

Rinteln (wm). In der vergangenen Woche ist ein sechsjähriges Mädchen im Kindergarten Deckbergen beim Spielen auf einem Klettergerüst verunglückt und hat sich Rippenprellungen zugezogen.

veröffentlicht am 24.06.2008 um 00:00 Uhr

Das Mädchen stürzte im Kindergarten Deckbergen von der Hangelsta

Die Eltern erheben jetzt Vorwürfe gegen die Kindergartenleitung, die sich nach ihrer Meinung völlig unsensibel verhalten habe. Die Mutter schilderte die Situation so: Sie habe ihre beiden Töchter (6 und 3 Jahre alt) mittags abholen wollen und sei gerade mit der Dreijährigen beschäftigt gewesen, als sie ihre sechsjährige Tochter draußen habe schreien hören. Die Sechsjährige war von einer Kletterstange gefallen und mit den Rippen auf einen Holzpfosten aufgeschlagen: "Sie konnte vor Schmerzen kaum atmen." In diesem Moment sei die Kindergartenleiterin aus der Tür gestürzt und habe die verunglückte Tochter angebrüllt, sie hätte auf dem Klettergerüst nichts mehr zu suchen, es sei Abholzeit und sie solle gefälligst sofort zu ihr kommen. Dann habe die Kindergartenleiterin das Kind nach drinnen geführt und Salbe auf die Schürfwunde im Bereich der Rippen aufgetragen. Die schockierte Mutter ist mit ihrer Tochter daraufhin erst zum Kinderarzt, dann ins Kinderkrankenhaus Hameln gefahren. Dort diagnostizierten dieÄrzte eine Rippenprellung. Weil dadurch auch immer das Risiko innerer Blutungen bestehe, wurde ihr empfohlen, die Tochter drei Tage stationär zur Überwachung im Krankenhaus aufzunehmen. Was die Mutter besonders empört: Am nächsten Tag hätte sie sich Vorwürfe der Kindergartenleiterin anhören müssen, ihre Tochter habe auf dem Spielgerüst nichts mehr zu suchen gehabt. Jetzt fragen sich die Eltern des verunglückten Kindes: Warum ist ein Kind so eingeschüchtert, dass es selbst unter Schock und Schmerzen auf Befehle gehorcht und zur Kindergartenleiterin kommt, statt dass sich die Leiterin zu dem verunglückten Kind bewegt, hilft und tröstet? Wieso dürfen Kinder während der Abholzeit nicht mehr die Spielgeräte auf dem Außengelände benutzen - den Eltern ist davon nichts bekannt. Warum befindet sich unter dem Klettergerüst ein Holzpfosten an dem man sich verletzen kann? Darf eine Kindergartenleiterin selbst eine Diagnose stellen und Medikamente verabreichen? Die Kindergartenleiterin, gestern telefonisch auf den Vorfall angesprochen, erklärte nur, der Unfall sei nicht mehr in der Betreuungszeit des Kindergartens passiert. Die Mutter sei ja bereits anwesend gewesen - mithin das Kind nicht mehr in Obhut des Kindergartens gewesen. Der Kindergarten in Deckbergen ist in kirchlicher Trägerschaft. Pastor Matthias Mau erklärte gestern am Telefon, er verstehe nicht, warum die Mutter nicht sofort zu ihm gekommen sei, sondern er erst Tage nach dem Vorfall davon erfahren habe. Die Salbe sei nach seinen Informationen eine Arnika-Salbe gewesen - wohl bedenkenlos. Weder Kindergartenleiterin noch Pastor fanden Worte des Bedauerns für das verunglückte Kind. Die Mutter hat inzwischen die Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen, Pastor Matthias Mau einen Beschwerdebrief geschrieben und ihre beiden Töchter aus dem Kindergarten abgemeldet.



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