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Gerhard Kirchner: Naturmissbrauch hat uns geärgert / Launige "Betrachtung über das Müllschwein"

Sechs Kubikmeter Müll an Fürstenallee beseitigt

Rusbend (bus). Teile des Schaumburger Waldes haben sich im Anschluss an eine Müllbeseitigungsaktion des Obernkirchener Garten- und Landschaftsbauers Gerhard Kirchner wesentlich schmucker als zuvor präsentiert. Kirchner war während eines Spaziergangs mit Ehefrau Christine auf erhebliche Mengen Unrat im Bereich der Einmündung der Fürstenallee in die L 450 gestoßen. "Der Naturmissbrauch hat uns dermaßen geärgert, dass wir gar nicht anders konnten, als die Beseitigung des Unrats selbst in die Hand zu nehmen", berichtet Kirchner.

veröffentlicht am 18.03.2008 um 00:00 Uhr

Kuriosum: Sogar einen Wetterhahn finden die Sammler.

Die mit Unterstützung von Mitarbeiter Ahmad Sarfraz gestartete Aktion förderte etwa drei Kubikmeter Müll zutage. "Überwiegend Haushaltsabfall, aber auch viele Flaschen, Plastikschrott, Farbeimer und Batterien", beschreibt Christine Kirchner die "Ausbeute". Selbst Hochspannungsisolatoren und ein Wetterhahn hätten der oder die Umweltfrevler an der Fürstenallee hinterlassen. "Das ist leider kein Einzelfall", klärt Revierförster Peter Herz auf. Der Leiter des Reviers Landwehr beziffert die Menge der pro Jahr beseitigten Müllmenge auf etwa 20 Tonnen. Herz machte den Reinigungstrupp nach getaner Arbeit auf einen nur wenige hundert Meter entfernt gelegenen Schandfleck aufmerksam. Worauf die Sammler sich nicht lange bitten ließen und weitere drei Kubikmeter auf den Hänger wuchteten. Kirchner brachte im Anschluss an den Spaziergang seine Gedanken unter derÜberschrift "Betrachtung über das Müllschwein" mit spitzer Feder zu Papier: "Diese äußerst menschenscheue Spezies, welche zumeist nachtaktiv besonders an Waidrändern. Feuchtgebieten, Parkplätzen und geschützt liegenden Böschungen ihr Revier hat, ist bisher nur von wenigen Zeitgenossen unmittelbar beobachtet worden. Sie gibt der Wissenschaft immer wieder neue Rätsel auf, denn bisher konnten meist nur die unliebsamen undübel riechenden Hinterlassenschaften von den Experten ausgewertet werden, um darauf Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten zu erkennen. Aber auch ohne diesen Wesen bisher auf die Schliche gekommen zu sein, gehen Wissenschaftler und Forstbeamte davon aus? dass diese Gattung in keinster Weise vom Aussterben bedroht ist und schon gar nicht auf die Rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt werden muss. In der jüngsten Vergangenheit mehren sich sogar die Zeichen, dass die Müllschwein-Population zugenommen und in der bedrohten Natur ideale Lebensbedingungen gefunden hat. Anbetrachts der entstandenen Schäden für die Allgemeinheit und der knappen öffentlichen Kassen sind die zuständigen Behörden bei der Beobachtung auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Denkbar wäre die Aussetzung einer Prämie für sachdienliche Hinweise. Von den Verhaltensforscher kontrovers diskutiert wird zur Zeit die Frage ,Ist es möglich, diese scheuen Lebewesen dauerhaft in der Nähe von Mülldeponien anzusiedeln?' Mit dieser Maßnahme könnte man den Wutzen ein eigenständiges Sekundärbiotop als primär-artgerechten Lebensraum zur Verfügung stellen, in dem sie keinen Schaden für Mensch und Natur anrichten können."



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