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Synode der Landeskirche wählt 34-jährigen Juristen einstimmig / "Durchschaubare Entscheidungen treffen"

Sebastian Geisler neuer Präsident des Kirchenamtes

Bückeburg (ssr). Der 34-jährige Jurist Sebastian H. Geisler ist neuer Präsident des Schaumburg-lippischen Landeskirchenamtes. Die Synode wählte ihn am Sonnabend auf ihrer Tagung in Bückeburg nach nur kurzer Aussprache einstimmig bei drei Enthaltungen. Der im sächsischen Freiberg aufgewachsene und derzeit als Rechtsanwalt in Frankfurt/Main tätige Geisler wird sein Amt im kommenden Frühjahr, mutmaßlich zum 1. April, antreten.

veröffentlicht am 19.11.2007 um 00:00 Uhr

Sebastian Geisler.

Geisler hat einen nebenberuflichen Lehrauftrag an der Universität Frankfurt für Verwaltungsrecht inne. Zuvor war er Referent für Integrationsaufgaben im sächsischen Innenministerium gewesen. Dem waren ein Jurastudium in Dresden, die Referendarszeit am Oberlandesgericht Oldenburg sowie mehrere Praktika in renommierten Anwaltskanzleien sowie an den deutschenBotschaften in Südafrika und Namibia vorausgegangen. Nebenbei hat Geisler an der Universität Dresden den Grad eines "Master of Business" abgeschlossen. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse waren eine der Voraussetzungen der Bewerbung für den Spitzenposten im Bückeburger Landeskirchenamt gewesen. Als fünftes von sechs Geschwistern in einem Pfarrhaushalt aufgewachsen, habe er "früh in der Kirche Verantwortung übernommen", führte Geisler in seiner 15-minütigen Vorstellungsrede vor den Synodalen in den kirchlichen Hintergrund seines Werdegangs ein. Er arbeitete in Jugendkreisen des Kirchenkreises mit und erlebte die politische Wende in der DDR im Jugendalter als "Aufbruch von Möglichkeiten". Nun habe die kirchliche Arbeit in den öffentlichen Raum treten können. Geisler engagierte sich besonders in der Musikarbeit des Christlichen Vereins junger Menschen (CVJM) und vertrat seine Region in der europäischen Generalversammlung dieser Organisation. Seit einigen Jahren ist Geisler ehrenamtlich als Justitiar für das "Gustav-Adolf-Werk" tätig, das sich für protestantische Minderheiten in aller Welt einsetzt. Zudem ist er Mitglied der Präsidialversammlung des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Juristen in der Kirche dürften nicht nur auf Fakten und Zahlen sowie deren Rechtsfolgen blicken, sondern müssten den ganzen Menschen im Auge behalten. Und: Für eine Kirchenleitung sei es wichtig, "Entscheidungen durchschaubar zu treffen". Dieses waren zwei zentrale Sätze in Geislers Vorstellungsrede. In dieser skizzierte er auch sein Bild von der zweitkleinsten deutschen Landeskirche: Schaumburg-Lippe gelte als "Filetstück des deutschen Protestantismus". Eigenständiges kirchliches Leben auf so engem Raum organisieren zu können, stelle "eine großen Schatz" dar, fuhr er fort. Die geradezu familiäre Nähe biete "große Chancen", berge freilich auch das Risiko, "im eigenen Saft zu schmoren". Zudem könne es in kleinen Strukturen besonders "schmerzhaft sein, wenn man in Streit gerät", fügte er offenkundig im Blick auf die vergangenen Monate hinzu. Einen Gegenkandidaten zu Geisler gab es bei der Wahl nicht. Zwar hatte der Landeskirchenrat dem Kirchenparlament aus den 13 eingegangenen Bewerbungen zwei Personalvorschläge präsentieren wollen, doch der zweite Kandidat hatte kurzfristig zurückgezogen. Die nicht-öffentliche Aussprache vor der Wahl dauerte nur wenige Minuten, bevor anschließend das einstimmige Votum abgegeben wurde.



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