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Mittelalterlicher Markt lockt am Wochenende tausende Besucher auf den Stadthäger Marktplatz

Schwerter krachen - da fließt Rote-Grütze-Blut

Stadthagen (sk). Schwerterklang, bunte Zelte und das Wiehern von Pferden als Attraktion: Tausende Besucher hat es am Sonnabend und Sonntag in die Stadthäger Innenstadt gezogen. Nach dreijähriger "Abstinenz" schwelgten Stadtbesucher - besonders zahlreich am verkaufsoffenen Sonntag - in der Atmosphäre vergangener Jahrhunderte. Der Stadtmarketingverein (SMS) hatte eingeladen zum Mittelalterlichen Markt.

veröffentlicht am 02.10.2006 um 00:00 Uhr

Geschicktes Spiel mit schwerer Waffe: Auf dem Stadthäger Marktpl

"Ich bin der Staub unter Euren Füßen, bitte behandelt mich so." Spielmann "Arnulf der Puster", alias Arne Heger von der Gruppe "Duivelspack", scharwenzelte keck um den "Vogt" und sein Gefolge, die sich anschickten, den Mittelalter-Markt am Sonnabendmorgen zu eröffnen, herum. "Jedweder Bürger" habe Zutritt zum Markt, verkündete Schaustellerchef Norbert Fritscher in seiner Rolle als Vogt und Ritter. Am Konzept des kostenlosen Eintritts zum Markt hatte sich im Vergleich zu vorangegangenen Mittelalter-Märkten denn auch nichts geändert. Diese habe Günter Kreft für Stadthagen "hoffähig" gemacht, erinnerte Bürgermeister Jürgen Hoffmann an die Anfänge. Wolfgang Dreyer vom SMS-Vorstand freute sich auf eine spektakuläre Inszenierung des Hochmittelalters und brachte das Wesentliche für das Publikum schnell auf den Punkt: "Hier gibt's Atzung, hier gibt's Spiele - fühlt Euch wohl!" Zum Schauen und Kaufen bot sich den Besuchern solide Handwerkskunst, aber auch Fragwürdigeres für den, "den es nach höherer Erkenntnis dürstet", so Fritscher beim Rundgang mit offiziellem Publikum. So offerierte eine Beschickerin hier "Voodoo Glücks- und Liebeszauber". Mehr als nur einen schnellen Blick wert waren die mit Zelten und vielem Zubehör nachgestellten Wohn- und Lebensbedingungen der Ritterzeit. Publikumsmagnet jedoch waren Aktionen auf dem Markt. Schau- und Freikämpfe boten die Ritter-Darsteller mit schweren Schwertern. Als am Sonnabendnachmittag ein Recke "verletzt" auf dem Pflaster liegen blieb und von Kumpanen vom Platz gezogen wurde, zog der besiegte Kämpfer eine schmierig-rote "blutige" Spur auf dem Pflaster. "So sieht das aus, wenn man rote Grütze und Kirschsaft nicht richtig fest werden lässt im Kühlschrank", klärte "Ritter Norbert" alle umstehenden Kinder auf. Was auf der Marktmitte geboten wurde, konnte erhaschen, wer just vorbeiging. Auf Lautverstärkung und vorweg publizierte Programmankündigungen verzichteten die Darsteller. Die Besucher erlebten einen "leisen", aber dennoch interessanten Mittelalter-Markt.

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