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Vor Gericht: Versuchte Vergewaltigung auf dem Klo?

Schwere Vorwürfe nach feucht-fröhlicher Party

Bückeburg (ly). Fröhliche Feier mit bitterem Nachgeschmack: Auf einer Party in Bückeburg soll ein 27-Jähriger aus Seggebruch Ende 2005 versucht haben, eine Bekannte zu vergewaltigen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat der Mann die Studentin (25) in die Toilette gedrängt, mit einer Hand deren Handgelenke festgehalten und mit der anderen unter das T-Shirt gegriffen. "Du willst es doch auch", soll er dabei gesagt haben. Nachdem sie wild um sich geschlagen habe, sei es der Frau gelungen, sich zu befreien und aus dem Klo zu flüchten, wie es in der Anklageschrift weiter heißt.

veröffentlicht am 20.01.2007 um 00:00 Uhr

Ob es wirklich so war oder diese Schilderung einer blühenden Phantasie entspringt, muss sich herausstellen. Beim Prozessauftakt vor dem Bückeburger Schöffengericht stellten der Angeklagte und das mutmaßliche Opfer sowohl den Verlauf des fraglichen Abends als auch die Vorgeschichte unterschiedlich dar. So behauptet der Mann, der die Tat vehement bestreitet, etwa zwei Wochen vor der Party hätten er und die junge Frau einen One-Night-Stand gehabt. "Sie war der Meinung, wir sollten das für uns behalten, um keine schlafenden Hunde zu wecken", erklärte er. "Es gab keinen Geschlechtsverkehr", sagte dagegen die Stadthägerin. Nach Darstellung des 27-Jährigen könnte die Frau zwei Motive haben, ihn zu Unrecht zu belasten: Rache und Eifersucht. Rache, weil der Mann bei seiner damaligen Freundin gegen die Studentin gestichelt hatte (beide Frauen wohnten zusammen). Und Eifersucht, weil die 25-Jährige "ein bisschen verliebt" in den Angeklagten gewesen sei, so ein Zeuge. "Entscheidend" findet der Angeklagte in diesem Verfahren, dass er und die Studentin nach der Tatzeit noch zusammen Karaoke gesungen hätten, ein Videospiel. Damit will er wohl sagen, dass ein Täter und sein Opfer so etwas nie tun würden. "Nach dem Vorfall haben wir nicht mehr gespielt", widersprach die junge Frau. "Ich war völlig geschockt und habe jede Menge Alkohol getrunken." Aus "Scham und Angst, dass man mir nicht glauben würde" habe sie mit den anderen Partygästen nicht über die Tat gesprochen. Einen Monat später erstattete die 25-Jährige Anzeige, "um zu verhindern, dass anderen Frauen das Gleiche passiert". Von dem Angeklagten will sie daraufhin "massivst bedroht" worden sein. "Er ist unberechenbar und aggressiv bis zum Geht-nicht-mehr", sagte die Studentin. Zwei Partygäste haben die Version des Mannes bestätigt. Es handelt sich allerdings um Zeugen der Verteidigung. Ende Januar wird der Prozess mit weiteren Vernehmungen fortgesetzt. Im Fall eines Schuldspruchs droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe.



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