weather-image
Das Ensemble "Stockholm Chambre Brass" sorgt in der Stadtkirche für ein virtuoses Musikfeuerwerk auf höchstem Niveau

Schwedische Spitzenkräfte lassen veredeltes Blech leuchten

Bückeburg. Unter den vielen Bläsergruppen, die nahezu jedes für Blech geschriebenes Musikstück veredeln, sind sie eines der ganz exzellenten Ensembles: "Stockholm Chambre Brass". Ihre Tour führte die Spitzenkräfte dank Kantor Siebelt Meier glücklicherweise auch durch das Portal der selbstverständlich gut besetzten Stadtkirche.

veröffentlicht am 19.12.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

So energisch wie mit den ersten Tönen dieser vier Herren und deren Hornkollegin hat selten ein Musikabend begonnen. Aber Witold Lutoslawski forderte in seiner einleitenden "Mini Overture" genau diese Verve. Außerdem ließ das kurzweilige Werk den Blechbläserklang aufleuchten, und das prominente schwedische Ensemble konnte mit einer perfekten Mischung aus Schwung und Präzision faszinieren. Im Verlauf der folgenden zwei Stunden umrahmten die beiden Trompeten das Panorama mit strahlendem Ton, während die Hornistin eine stimmige Grundierung der Mittellage garantierte. Brillant agierte der Posaunist, und der Tubist ging mit seinem Instrument um, als wäre es ein Kinderspiel. Blechbläservirtuosität auf höchstem Niveau - elegant, elastisch und trotz Lautstärke tadellos intoniert. Diese Qualitäten offenbarten sich besonders in Malcolm Arnolds fulminantem "Brass Quintet", machten sich aber in Tylman Susatos anregender "Tanz-Suite" und in Edward Griegs variantenreichen Anleihen aus dessen Holberg- und Peer-Gynt-Suiten ebenfalls außerordentlich gut. Das Solisten-Team aus dem Norden hieltsich mit dem nötigen Spielwitz an Kompositionen, die den Hörer im Blick hatten, und fand mit dieser Stilpalette natürlich großen Anklang. Schöne Dokumente dafür waren im weiteren Verlauf die in delikater Farbgebung intonierten zwölf Mozart-Variationen á la "Morgen kommt der Weihnachtsmann" oder eine oft funkensprühende Renaissance-Suite aus Frankreich. Lustvoll regte ferner Leonard Bernsteins im positiven Sinne merkwürdige "Dance Suite" zum intensiven Lauschen an, und erst recht dienten Astor Piazollas bezaubernd ausformulierte Titel "Café" und "Night Club" aus "L'Histoire du Tango" als Publikumsrenner für die fünf Artikulationskünstler. Kein Wunder, dass die Schaumburger - selbst nach zwei Zugaben und fortgeschrittener Zeit - den Meistern von "Stockhom Chambre Brass" gern noch länger gelauscht hätten.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare