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HarmonischesZusammenwirken von Kindern und Jugendlichen trotz Kälte

„Schwarzes Zelt mit Feuer im Herzen“

HAMELN. Die Bäume in frischem Maigrün, strahlender Sonnenschein, graue Pfadfinderkluften mit Hut, dazu blau-bunte Halstücher und klingende Gitarren am Basberg.

veröffentlicht am 28.05.2019 um 16:43 Uhr

Rund um das Paul-Gerhardt-Gemeindehaus füllte sich die Wiese mit jungen Menschen. Voller Vorfreude packten sie ihre Ruck- und Schlafsäcke aus, dazwischen wuselte ein quirliger schwarz-weißer Hund. Elf Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 14 Jahren erlebten mit Border Collie „Indy“ ihr erstes gemeinsames Pfadfinderabenteuer unter freiem Himmel.

Die im März gegründete „Sippe Adler“, wie sich die Gruppe selbst genannt hat, gehört zum Pfadfinderstamm „Kreuzfähnlein“ und dieser ist dem Verband christlicher Pfadfinder e. V. angeschlossen. Der Stamm „Kreuzfähnlein“ selbst blickt auf eine lange Tradition zurück, in diesem Jahr feiert er sein 70-jähriges Bestehen in der Paul-Gerhardt-Gemeinde. Gruppenleiter sind Jessica Meyer, Marvin Kabuß und Oliver Lachmann.

Als erste Herausforderung für die jungen Pfadfinder galt es, auf dem Gelände Feuerholz zu sammeln und die geheimnisvollen schwarzen Zelte der Pfadfinder, auch Kohten genannt, auf der Wiese vorm Gemeindehaus zu errichten. Darin wollten die Jugendlichen an diesem Wochenende gemeinsam essen, singen und in der freien Natur übernachten. Für manche war es sogar die erste Nacht außerhalb ihres Elternhauses.

Die „Adler“ durften selbst entscheiden, welche Art dieser vielseitigen schwarzen Zelte zu ihrem Vorhaben passt. Bei angekündigtem unbeständigen Wetter und nächtlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt waren sich die jungen Pfadfinder der großen Verantwortung, die in ihrer Entscheidung und dem sorgfältigen Aufbau der Kohten lag, durchaus bewusst. Auch wenn mal jemand beim mühseligen Zusammenknöpfen der einzelnen Zeltbahnen die Lust verlor, in einem waren sich alle „Adler“ einig: diese Nacht sollte etwas ganz Besonderes werden.

Nach dem Zeltbau wurde es am Nachmittag Zeit für den Hajk, sozusagen eine Rally Wanderung für Naturfreunde. Aufgeteilt in zwei Gruppen begaben sich die „Adler“ mit Karte, Aufgabenblatt und Stift bewaffnet an die Herausforderungen ihres ersten Hajk. Dafür brauchten sie nicht nur einen guten Orientierungssinn, Beobachtungs- und Kombinationsgabe, sondern auch Kenntnisse über die heimischen Pflanzen- und Tierarten. WhatsApp kann jeder - die „Adler“ entdeckten auch andere Arten der Kommunikation- wie die, mit Semaphor- Flaggen- Signalen. Geschicklichkeit war ebenfalls gefragt, beim Abseilen in die kleine Schlucht, bei der Knotenkunde und dem Bau einer Trage aus Zeltbahnen. Hier zählte Teamwork und Zusammenhalt. So hatten sich alle Sippenmitglieder das Abendbrot in der großen Gemeinschaftskohte am offenem Feuer mit Stockbrot und Bratwurst redlich verdient.

Der Höhepunkt begann nach Einbruch der Dunkelheit mit feierlichem Fackelzug zum Kreuz auf der Gemeindewiese. Dort wurde unter sternenklarem Himmel das Pfadfindergelübte abgelegt und den jungen Pfadfinderinnen und Pfadfindern ihr erstes Halstuch überreicht. Bevor sie sich in den Kohten in Schlafsäcke und dicke Decken kuschelten, konnten sie den heißen „Tschai“ genießen. Das ist der besondere Tee der Pfadfinder. Zubereitet wurde er in einem großen Kessel über dem Feuer nach Geheimrezept. Dabei durfte der Klang von Gitarre und Mandoline mit fröhlichem Gesang nicht fehlen. Das schwarze Zelt mit Feuer „im Herzen“ hinterließ schon einen tiefen Eindruck.

Aufgrund des ausgesprochen harmonischen Zusammenwirkens der Kinder und Jugendlichen konnten alle Herausforderungen bewältigt und der Gruppenzusammenhalt weiter gestärkt werden. Voller Vorfreude auf das nächste Abenteuer wünscht Sonja Kabuß allen Pfadfinderinnen und Pfadfindern vom Basberg von Herzen „Gut Pfad!“



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