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Hegering plant revierübergreifende Rabenkrähen-Jagd

Schwarze Schlaumeier täuschen und tricksen

Bückeburg (bus). In Meldungenüber Raben findet sich allerhand Sonderbares. Speziell die Fertigkeiten der schwarzen Schlaumeier im Täuschen und Tricksen gelten als legendär. Ebenfalls legendär: Die Rolle der gefiederten Nervensägen als Nest räuber, die andere Vogelgelege plündern und die Eier, manchmal sogar die Jungen, auffressen. "Um Rabenkrähen effektiv und in großer Zahl erlegen zu können, ist in England eine neue Lockjagdmethode entwickelt worden", berichtete Sören Peters während der Zusammenkunft des Hegerings 1. Dieser plant für August eine revierübergreifende (Raben)-Krähenjagd.

veröffentlicht am 11.04.2007 um 00:00 Uhr

Die Rabenkrähe gilt als überaus pfiffig. Wegen ihrer Vorliebe fü

Peters informierte die Versammlungüber eine große Zahl von Gelegeverlusten im Jahr 2006. Allein im Naturschutzgebiet Hofwiesen seien mehr als 80 aufgehackte Eier gefunden worden; häufig wären Enten und Fasane betroffen. Mit Hilfe des von der Insel übernommenen Vorgehens hätten 2006 während weniger Jagdtage in den Testrevieren Meinsen, Volksdorf und Hofjagd etwa 400 Rabenkrähen erlegt werden können. Bei der "englischen" Strategie spielen Lockkrähen - mal aus Plastik, mal tiefgefrorene Originale - eine wichtige Rolle. Darüber hinaus sei es von Vorteil, über Flugrouten und Lieblingsplätze der pfiffigen Vögel Bescheid zu wissen. Peters monierte in diesem Zusammenhang, dass Jungjäger häufig über das Nachstellen auf Fuchs und Rabenkrähe an die Jagd herangeführt würden. Was - wegen der Intelligenz dieser Tiere - zumeist wenig erfreuliche Strecken zeitige. Hinsichtlich derüberschaubaren Ausbeute mag es dem Jägernachwuchs zum Trost gereichen, dass Raben mitunter selbst Wildschweinen, Bären und Wölfen ein Schnippchen schlagen. Rabenforscher Bernd Heinrich wird in einer der jüngsten Ausgaben des "Spiegel" mit Beobachtungen zitiert, die Jungraben als Rutenzwicker von Wölfen beschreiben. "Kaum sind sie flügge", heißt es, zeigten sie eine fast krankhafte Neugier auf alles, was sich picken und zwicken lässt. Weiter steht in dem Artikelüber den "Meister der Täuschung": Mit Wölfen arbeiten Raben besonders gern; gelegentlich locken sie ein Rudel mit viel Geschrei zu einem schwachen Wild, dem sie selbst nichts anhaben könnten. Forscher, die diese Kooperation untersucht haben, vermuten, dass die Wölfe vor allem wegen der Raben genötigt sind, in Rudeln zu jagen. An sich könnten die spurtstarken Räuber ein Beutetier im Rehformat auch allein oder zu zweit überwältigen. Aber beim anschließenden Fressgelage kämen sie, angesichts der Überzahl der Raben, kaum zum Zuge. Heinrichs Kollegin, die Biologin Mareike Stöwe, fügt der Veröffentlichung einen weiteren (gerade auch für bestimmte Teile der einheimischen Jägerschaft) interessanten Aspekt hinzu. Der Naturkundlerin werden die lebhaften Vögel mit ihrem forschenden Geist so schnell nicht langweilig. "Die sehen sich alles, was wir tun, genau an", sagt Stöwe. "Im Grunde sind wir es, die unter Beobachtung stehen." Diese Erkenntnis ruft den Nachbar-Hegering von Bückeburg 1, die Abteilung "Am Mittellandkanal", ins Gedächtnis. Die Kameraden hatten Anfang März - Überschrift: "Krähen scharf bejagt" - nicht ohne Stolz eine Strecke von 17 Krähen bekannt gegeben. Da stellt sich dem Laien unvermittelt die Frage, welchen Ausgang die Auseinandersetzung bei Waffengleichheit genommen hätte.



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