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Untere Wasserbehörde spricht von "hochbelastetem Abwasser"

Schwarze Brühe im Haster Bach

Bad Nenndorf . Vom Gelände der Biogasanlage, die seit kurzer Zeit das Bad Nenndorfer Hallenbad beheizt, ist offenbar bereits vor Wochen "hochbelastetes Abwasser" über Regenwasser ausgespült worden und in Teilen in den Haster Bach gelangt. Derzeit prüft der Landkreis, hat die Situation gemeinsam mit dem Anlagenbetreiber nach eigenen Angaben jedoch unter Kontrolle.

veröffentlicht am 18.11.2008 um 00:00 Uhr

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Als Helmut Röhrig vor einigen Wochen im Feld spazieren war, hat ihn die trübe Färbung des Haster Bachs gewundert. "Das hat gestunken", erinnert sich der Bad Nenndorfer. Besorgt ist er den Bach abgelaufen, bis er dann an der Biogasanlage am Ortsausgang fündig wurde: "Dort floss die Brühe in den Bach", berichtet Röhrig. Er kann dafür kein Verständnis aufbringen und rätselt über die Substanz, die dort eingeleitet wurde. "Meine Güte, 80 Meter weiter ist die Kläranlage - sollen die sich drum kümmern." Doch die kann die braune Brühe nicht verwerten, wie Bernd Hugo, Leiter der Unteren Wasserbehörde im Landkreis Schaumburg, sagt. "Die werden sich bedanken", meint Hugo ironisch. Denn bei der Flüssigkeit, die Röhrig beobachtet hatte, handelt es sich um Oberflächenwasser, das mit Silageresten verunreinigt ist.Dies gilt als "hochbelastetes Abwasser", wie der Sachbearbeiter in der Behörde, Matthias Dornbusch, und dessen Amtsleiter erklären. Denn die Silage sei sauerstoffzehrend. Für einen Bach sei das nichts. Bereits vor Wochen sei dies vom Landkreis festgestellt worden, der für den Bachlauf zuständig ist. "Es handelt sich hierbei nicht um Gärsäfte, sondern um reines Niederschlagswasser, das mit Silageresten verschmutzt ist", sagt Hugo. Nachdem dies aufgefallen war, habe der Landkreis die Entwässerungsrohre umgehend absperren lassen. "Die Anlage läuft derzeit abflusslos", berichtet Hugo. Anfallendes Oberflächenwasser werde dem Betrieb zugeführt. Bei einer Begehung am vergangenen Freitag sei dies noch einmal überprüft worden. "Nun müssen die dortigen Kanäle gereinigt werden", sagt der Amtsleiter. Das Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim hat Kenntnis von dem Vorgang. Sachbearbeiter Oliver Rump spielt den Ball jedoch zurück an den Landkreis, da es sich bei dem verunreinigten System um einen Kontrollschacht handele, der außerhalb der Anlage liege. Sämtliche Sickersäfte aus den "Silagemieten" würden über Rohre dem Fermenter zugeführt. Dennoch sieht Rump auch eine Möglichkeit, dass kleine Silagemengen über Regenwasser abgespült werden könnten. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises wartet derzeit noch auf die Ergebnisse von Probenuntersuchungen. Ob Bußgelder verhängt werden, dass konnte Hugo nicht bestätigen. "Das läuft noch", sagt der Amtsleiter. Von einem Zwischenfall weiß der Geschäftsführer der Raiffeisen Landbund in Wiehagen, Marco Gottschalk nichts. Mit 25 Prozent ist die Raiffeisen an der Bioenergie Nenndorf GmbH& Co. KG beteiligt undübernehme auch die Geschäftsführung. Gottschalk erinnert sich an einen Pumpenausfall auf dem Anlagengelände und auch von der Landkreis-Kontrolle hat er Kenntnis. Doch sei nach dem Pumpenausfall "unmittelbar reagiert" worden. "Es darf da keine zwei Meinungen geben", sagt Gottschalk, "es darf ausder Anlage nichts austreten".



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