weather-image
17°

Schwarz- und Rotwild statt Lederkarpfen

Rusbend (bus). Auf dem Areal von Depenbachsteich ist erneut eine deutliche Zunahme der Verlandung festzustellen. Das Gewässer im Schaumburger Wald, das früher der Karpfenzucht diente, umfasste seinerzeit etwa 36 Hektar und war wesentlich größer als der Wietersheimer Teich (neun Hektar) und die Teiche der Hofwiesen und des westlich von Scheie gelegenen Rehrfelds (insgesamt 30 Hektar). Gezogen wurden hier, wie Wilhelm Wiegmann 1905 in der Erstauflage der "Heimatkunde des Fürstentums Schaumburg-Lippe" mitteilt, vor allen Dingen "die bekannten Bückeburger Lederkarpfen". Der Laich stammte aus der herrschaftlichen Brutanstalt, in der die Fische in 36 Monaten ein Gewicht von etwa drei Pfund erreichten.

veröffentlicht am 25.10.2006 um 00:00 Uhr

Wo früher Karpfen gezüchtet wurden, bestimmen heute Schilf und T

Die Besetzung erfolgte im Frühjahr, im Oktober wurde abgefischt. Der Wald, von dem Hermann Löns einmal gesagt hat "... auch ist es keineüble Nachrede, dass der Fürst in seinem Hauptjagdrevier immer nur der Länge nach schieße, aus Angst, andernfalls königlich preußische Untertanen im Kreise Minden anzubleien", hat schon seit geraumer Zeit keine oktoberliche Karpfenernte mehr erlebt. Was seinem beschaulichen Ambiente allerdingskeinerlei Abbruch tut. Heute hat auf weiten Teilen des einstigen Teichgrunds längst vierbeiniges Rot- und Schwarzwild die "ledernen" Flossenträger ersetzt. "Die frische, staubfreie und sauerstoffreiche Luft, die Ruhe, Pracht und Mannigfaltigkeit des Waldes erfrischen Körper und Geist", schrieb Wiegmann vor mehr als einhundert Jahren. Daran hat sich trotz stetig anwachsender Verlandung von Depenbachsteich nicht viel geändert.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare