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Nach dem Starkregen zu Pfingsten: Was sagen die Ortsbürgermeister, wo liegen die Probleme?

"Schwachpunkte treten immer häufiger auf"

Obernkirchen (rnk). Nicht schimpfen, sondern handeln: Auf diese Maxime bringt Gelldorfs Ortsbürgermeister Andreas Hofmann die jüngsten Startkregenfälle. Hoffnungen setzt er auf hydraulische Berechnungen, die im Rathaus angestellt und bei eine der nächsten Ortsratssitzungen behandelt werden sollen.

veröffentlicht am 31.05.2007 um 00:00 Uhr

Land unter in Röhrkasten.

Natürlich sei klar, wo und wie das Wasser fließe, so Hofmann, "aber wir möchten das Wissen gerne theoretisch untermauern." Hofmann, der den Handlungsbedarf als "dringend" einstuft, möchte wissen, wo das Oberflächenwasser eingeleitet wird, von wem (Gewerbe oder privat?), und zu welchen Schwallwassermassen es überhaupt kommen kann. "Leider kommen die Jahrhunderthochwasser immer öfter", meint Hofmann. Und oft kommt das Wasser in Gelldorf von den Wiesen des Bauernhofes an der Langen Straße Ecke Bundesstraße: "Wenn es auf den Wiesen nicht mehr abfließt, geht es weiter zu den dahinter liegenden Anliegern." Am effektivsten, so Hofmann, sei wohl ein Regenrückhaltebecken. Aber das ist eben auch am teuersten. Böse betroffen war auch Röhrkasten. Dass das Wasser über die Äcker und dann auf die Straßen lief, daran, so Ortsvorsteher Karl-Heinz Struckmeier, "kann man nichts ändern. Ist das Feld noch nicht bestellt oder sind die Pflanzen noch klein, geht das Wasser ab wie nichts." Eine Schwachstelle hat er ausgemacht: Dort, wo zwei Bäche in Verbindung kommen, in der Bachstraße also, reicht der Durchschnitt der Rohre nicht aus. Zwei 80-Zentimeter-Rohre kommen unter dem Bahndamm durch und münden in zwei 60-Zentimeter-Rohre: "Zu wenig", befindet Struckmeier. Und weiß, dass er damit ein Problem hat: Die Rohre, so schätzt er, führen nämlich gut 150 Meter weiter unter dem Gehweg lang. Soll heißen: "Das wird teuer." Sein Vorschlag: In den nächsten Haushalt soll die Baumaßnahme eingebaut werden. Struckmeier spricht von einer neuen Situation bei Starkregen: "Schwachpunkte treten immer häufiger auf." Heftig wurde auch Vehlen vom Regen erwischt. Ein großes Problem, so Ortsvorsteher Werner Harder, sei bei der renaturierten Aue zu beobachten: Dort hätte das Wasser große Teile der Erde abgetragen, zwei Bäume seien so stark unterspült, dass sie wohl beim nächsten Regen fallen würden, wenn sie nicht vorher gefällt würden. Der Landkreis habe bereits signalisiert, an den Aueufern Befestigungen vorzunehmen. Auch am Weidkamp gab esÄrger. Von den großen Ländereien sei das Wasser auf die Straße gelaufen, "der Weidkamp konnte nicht mehr schlucken", so Harder. Ein differenziertes Bild ergab sich dann Ecke Schweidnitzer Straße/Schachtstaße. Der Regenwasserkanal sei zu einem Drittel voll gewesen, der Schmutzwasserkanal ganz,erklärt Harder und vermutet "Fremdeinflüsse im Schmutzwasserkanal". Sein Vorschlag: prüfen. Generell verschärft worden sei die Situation in Vehlen noch durch den Kleistring: Von dort läuft das Oberflächenwasser Richtung Klärwerk. Auf rund 50 bis 70 Liter pro Quadratmeter schätzt Harder die Wassermassen, die aus dem Himmel stürzten. In Krainhagen gab es keine großen Probleme, daher gibt es auch keine Forderungen, erklärt Ortsvorsteher Thomas Mittmann. Denn der Ort hat einen großen Vorteil: Die sieben Teiche dienen als natürliches Regenrückhaltebecken - und sind im Moment so voll wie selten. Nur ein Gehweg an der Ortsdurchfahrt wurde unterspült. Anwohner berichten, der Gullideckel habe recht hoch und hübsch über den Wassermassen getanzt. Eine lange Liste aus Obernkirchen selbst ließ sich Bürgermeister Oliver Schäfer gestern auf den Schreibtisch legen. Am Jägerweg unterhalb des Golfplatzes war das Oberflächenwasser vom Wald über die vorhandenen Ackerflächen gelaufen. Auch am Ziegeleiweg ergab sich ein ähnliches Bild. Und beim Regenwasserrückhaltebecken hatte der Bachsein Bett verlassen und war dort über die Ufer getreten, wo er es eigentlich nicht sollte. Problembereiche, die abgearbeitet werden müssten, erklärt Schäfer. Das gilt auch für den eher kleineren Schadensrest: am Stiftswald von der Feuerwehr in Richtung Spielplatz und am Rolfshagen Weg, wo Erdeund Geröll durch den Regen hinabgespült wurden. "Wir werden alles angehen", erklärte Schäfer, ganz egal, ob es sich um einen einzelnen Gullideckel oder ein generelles Problem handle. Alles werde im nächsten Fachauschuss auf den Tisch kommen, sagte Schäfer. Dort müsse man sich dann auch der Vergangenheit stellen: Gucken, was mit dem letzten großen Hochwasser 2002 vergleichbar ist - wo es immer noch Probleme gibt, wo sie abgearbeitet wurden.

Bombeeke: Die Teiche sind voll. Fotos: rnk(2)/sig
  • Bombeeke: Die Teiche sind voll. Fotos: rnk(2)/sig
Krainhagen: Gehweg unterspült.
  • Krainhagen: Gehweg unterspült.


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