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Vortrag von Dr. Bartsch vor Bethel-Freundeskreis

Schultergelenk zeigt sich als kompliziertes Konstrukt

Bückeburg (bus). Das Schultergelenk, in dem sich der Oberarm bewegt, gestattet diesem eine so ausgiebige Bewegung nach allen Seiten, wie sie sich am ganzen Körper nicht wieder findet. Diese Feststellung aus Meyers Konversationslexikon ist zwar 100 Jahre alt, aber nach wie vor gültig. Über Verletzungen, Erkrankungen und gegenwärtige Behandlungsmethoden der Schulter hat jetzt Dr. Stefan Bartsch im Krankenhaus Bethel informiert.

veröffentlicht am 10.10.2006 um 00:00 Uhr

Kompetent: Dr. Stefan Bartsch

Der Nachfolger von Dr. Volker Rübbert in der Leitung der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie referierte auf Einladung des Freundeskreises des Hospitals. Die Beweglichkeit der Arme ist der Tatsache geschuldet, dass das Schultergelenk (Articulatio humeri) vor allem durch Muskeln gesichert ist und die Bewegungen kaum durch knöcherne Strukturen eingeschränkt werden. Was sich in der Theorie schlüssig präsentiert, erscheint in der Praxis als kompliziertes Konstrukt und ist laut Bartsch "nicht einfach in Worte zu fassen". Das Zusammenspiel von Knochen, Muskeln, Sehnen und Nerven gleiche einer "fein aufeinander abgestimmten Geschichte". Die aktuelle Schulterchirurgie prägen ein enormer Zuwachs an Wissen, die Auffächerung der Krankheits-, Beschwerde- und Verletzungsbilder sowie neue und zunehmend differenziertere Operationstechniken plus eine ständig sich fortentwickelnde Spezialisierung der Chirurgen. Als deren wichtigste Handwerkzeuge nannte Bartsch: Das Gespräch, klinische Untersuchung, Sonographie (Untersuchung per Ultraschall), Röntgen sowie Computer- und Kernspin-Tomographie. In der Verletzungsstatistik belegen Knochenbrüche (Schlüsselbein, Oberarmkopf, Gelenkpfanne) sowie Verrenkungen und Instabilitäten (Schultergelenk, Schultereckgelenk) die vorderen Plätze. Eine häufige Verletzung bei jungen Menschen stellt die Schulterluxation (Volksmund: Ausgekugelter Arm) dar, bei der der Oberarmbeinkopf aus der Gelenkpfanne springt. Im Alter kommt es häufig zu Sehnenverschleiß und Arthrose. Bezüglich der Operationsmethoden existierten keine Patentrezepte, erläuterte der Experte. Die jeweilige Vorgehensweise gestalte sich äußerst individuell. Seit sechs Jahren leisteten winkelstabile Implantate nützliche Dienste. Wichtig sei trotz medizinischer Finessen ein gut zusammenarbeitendes Team. Und das, soer "Neue", habe er in Bethel vorgefunden. "Die Arbeit macht sehr viel Spaß." Er sei auf Freunde gestoßen, die über viel Bereitschaft verfügten, Neues zu wagen.

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